24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring: Porsche-Quartett triumphiert beim Langstreckenklassiker
zuletzt aktualisiert: 25.06.2000 - 16:20Nürburgring (dpa/lnw). Das Porsche-Quartett Uwe Alzen (Betzdorf), Michael Bartels (Köln), Altfrid Heger (Essen) und Bernd Mayländer (Schorndorf) triumphierte beim 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring. Die vier Piloten setzten sich in ihrem GT3-R-Modell bei dem Langstreckenklassiker in der Eifel am Sonntag nach 145 Runden vor Vorjahressieger Peter Zakowski (Niederzissen) mit seinen Partnern Anthony Beltoise (Frankreich), Patrick Huismann (Niederlande) und Marc Duez (Belgien) durch. Das Chrysler-Viper-Team wies eine Runde Rückstand auf. Rang drei belegten vor 116 000 Zuschauern Harald Becker (Emmendingen), Thomas Wiedemeier (Gütersloh), Meinhard Rittenmeier und Harald Grohs (beide Essen) im Porsche 996. Sie lagen am Ende fünf Umläufe zurück.
"Mit dem Sieg ist einer meiner größten Träume auf der Nordschleife in Erfüllung gegangen", sagte Mayländer nach dem Kräfte zehrenden und volle Konzentration erfordernden Renn-Marathon. "Das ist eine der schönsten und anspruchsvollsten Strecken der Welt." Sein Kollege Bartels, der sich über seinen ersten Sieg bei einem Langstreckenlauf "besonders freute", sagte: "Der Nürburgring gilt als das schwerste 24-Stunden-Rennen der Welt, da so viele Autos hier fahren. Für unser Phoenix-Team ist das ein Riesenerfolg, da es sein erster Start bei einem so langen Rennen war."
Besonders die Nachtschicht bei Nieselregen und das typische Eifelwetter mit ständigen Wechseln zwischen Regen und Sonnenschein forderten den insgesamt 210 Teams auf der 25,359 km langen Kombination aus alter Nordschleife und neuem Grand-Prix-Kurs alles ab. "Der Kurs hat nachts große Tücken, besonders wenn es regnet", sagte Mayländer. Nicht von ungefähr fielen viele Fahrer, darunter auch etliche renommierte Piloten, bei dieser Mensch und Material extrem belastenden Härteprüfung vorzeitig aus. Die lange auf Platz drei liegenden Jürgen Alzen (Kausen), Jürgen von Gartzen (Wehrheim), Uli Richter und Oliver Mathai (Essen) mussten nach einem technischen Defekt an ihrem Porsche am Sonntagvormittag die "Segel" streichen.
Zu den prominenten Ausfällen gehörten die ehemaligen Formel-1 Piloten Christian Danner (München), Nicola Larini und Stefano Modena (Italien) im Alfa Romeo. Die Mannschaft um den letztjährigen Tourenwagen-Meister Christian Abt (Kempten) im Erdgas betriebenen Audi und das Team um Opel-Rennleiter Volker Strycek (Rüsselsheim) sah ebenfalls nicht die Zielflagge. Wegen mehrerer technischen Defekte am BMW M3 fiel Routinier Hans-Joachim Stuck (Going) weit zurück.
Schwimm-Star Mark Warnecke (Witten) sammelte in seinem Golf Diesel fleißig Geld für die Stiftung "Kinder in Not". Der Weltrekordhalter und Hobby-Pilot erhielt für jede Runde 60 Mark und kam so auf insgesamt 6 540 Mark. Am Ende blieb Warnecke der 111. Platz.
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