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Berlin
Professor: Sportler sind psychisch nicht stabiler

Berlin. Der Aachener Sportpsychiater Frank Schneider hält die These von angeblich psychisch besonders stabilen Leistungssportlern für "Quatsch". Die verfügbaren internationalen Zahlen zeigten, dass psychische Störungen bei Hochleistungssportlern genauso oft vorkämen wie in der Allgemeinbevölkerung, sagte der Direktor der Klinik für Psychiatrie an der Uniklinik RWTH Aachen der Wochenzeitung "Das Parlament". "Möglicherweise treten manche psychischen Erkrankungen bei Leistungssportlern sogar häufiger auf." Als Beispiel nannte er Magersucht bei Sportarten wie Kunstspringen oder Turnen, aber auch beim Boxen, wo es darum gehe, das Körpergewicht ständig zu regulieren.

Im Spitzen- und Leistungssport würden zudem häufig Depressionen diagnostiziert. Hinzu kämen Angsterkrankungen etwa durch Existenzängste und Schlafstörungen durch Wettkämpfe in unterschiedlichen Zeitzonen. Schneider warnte davor, die psychosoziale Betreuung von Spitzensportlern sogenannten Mental-Coaches zu überlassen. Auf dem Gebiet tummelten sich viele Leute, die keine spezifische Ausbildung hätten. Das sei "ein riesengroßes Problem".

(kna)
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