Hauptbeschuldigter im Bestechungsskandal: Prozess gegen IBF-Präsident Lee eröffnet
zuletzt aktualisiert: 12.04.2000 - 15:23Newark (sid). Im Bestechungsskandal um den Box-Weltverband IBF (International Boxing Federation) ist am Mittwoch in Newark im US-Bundesstaat New Jersey der Prozess eröffnet worden. Hauptbeschuldigter ist IBF-Präsident Robert Lee, dem vorgeworfen wird, Geld für die Vergabe von Titelkämpfen angenommen und dafür Ranglisten manipuliert zu haben. Insgesamt sollen Bestechungsgelder in Höhe von mindestens 700.000 Mark geflossen sein.
Bekannte Promoter wie Don King und Bob Arum sollen für WM-Kämpfe ihrer Boxer zum Teil sechsstellige Summen an die IBF gezahlt haben. 1995 ließ sich Arum beispielsweise die Genehmigung für eine Titelverteidigung seines damaligen Schützlings George Foreman gegen Axel Schultz rund 200.000 Mark kosten. Dafür blieb dem Ex-Weltmeister ein Kampf gegen Top-Herausforderer Tony Tucker erspart. In diesem Zusammenhang wird das Gericht voraussichtlich auch den ehemaligen Schultz-Manager Wilfried Sauerland anhören.
Insgesamt werden dem 66-jährigen Lee und seinem 38-jährigen Sohn Robert jr. 32 Delikte zur Last gelegt. Im schlimmsten Fall drohen ihnen mehrjährige Haftstrafen. Es wird erwartet, dass sich das Verfahren über drei Monate erstrecken wird.
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