Ulrich spielte keine Rolle um den Sieg: Radrennen: Zabel nur knapp geschlagen
zuletzt aktualisiert: 01.05.2003 - 19:17Frankfurt/Main (rpo). Telekom-Kapitän Erik Zabel muss weiter auf seinen dritten Sieg beim deutschen Radsport-Klassiker "Rund um den Henninger Turm" in Frankfurt warten: Er verpasste den Sieg nur um Reifenbreite. Jan Ulrich fuhr nicht um den Sieg mit.
Davide Rebellin hat Jan Ullrich und Erik Zabel beim ersten Duell der beiden deutschen Radstars die Schau gestohlen. Der Italiener triumphierte bei der 42. Auflage des Klassikers "Rund um den Henninger Turm" als "lachender Dritter" und sorgte für einen wichtigen Prestigeerfolg des deutschen Teams Gerolsteiner. Telekom-Sprinter Zabel verpasste als Zweiter den historischen dritten Sieg in Frankfurt/Main nur um vier Sekunden. Coast-Star Ullrich kam als 20. im vorderen Teil des Hauptfelds ins Ziel.
"Ich bin mit dem Podiumsplatz zufrieden. Die Zeiten, dass ich mich über zweite Plätze ärgere, sind vorbei. Am Ende hat sich meine Warnung bewahrheitet. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte", meinte Zabel, der vom "Telekom-Express" im Finale sträflich alleine gelassen wurde. Als sich Zabel und Ullrich kurz vor Schluss belauerten, nutzte Rebellin die Chance und rettete den hauchdünnen Vorsprung nach 208,3 km und 5:09:18 Stunden vor Zabel und dem Spanier Igor Astarloa (Saeco) ins Ziel.
Ullrich mit seiner Leistung zufrieden
Auch Ullrich konnte mit seiner Leistung in der Mainmetropole zufrieden sein. Der Olympiasieger und Tourgewinner von 1997 zeigte sich in der Schlussphase stets in vorderer Linie und demonstrierte wie schon bei seinem Deutschland-Comeback am Ostermontag in Köln und beim Ardennen-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich, dass mit ihm wieder zu rechnen ist. Mit Blick auf die Tour de France meinte er allerdings: "Man sollte jetzt nicht zu viel von mir erwarten. Ich muss aufpassen, dass ich nicht in ein Leistungsloch falle."
Bei Gerolsteiner und Gewinner Rebellin kannte der Jubel indes keine Grenzen. "Das ist ein großer Sieg. Ich habe sicher davon profitiert, dass sich alles auf Zabel und Ullrich konzentriert hat", meinte Rebellin, der vor zwei Jahren als Zweiter knapp an einem Sieg vorbei gefahren war. Der Erfolg des Weltranglisten-Fünften ist umso höher zu bewerten, weil sich Rebellin vor zwei Wochen bei einem Sturz in Belgien noch die Schulter ausgekugelt und einen Haarriss im Schulterblatt erlitten hatte.
Genugtuung für Team-Gerolsteiner
Hans Holczer, Sportlicher Leiter von Gerolsteiner, meinte: "Das war der bisher wichtigste Sieg für unsere Mannschaft und von Davide eine unglaubliche Leistung. Der Erfolg ist auch eine Genugtuung für uns, gegen Telekom und Coast die Oberhand behalten zu haben."
Bei langsamen Tempo und teils heftigen Winden hatten sich zunächst der US-Amerikaner Levi Leipheimer (Rabobank) und Jan Kuyckx vom belgischen "GS-2-Team" Vlaanderen-T Interim früh abgesetzt und zwischenzeitlich bis zu sieben Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld herausgefahren. Nachdem Kuyckx zur Hälfte der Distanz zurückfiel, setzte Leipheimer zum Soloritt an, wurde aber 60 km vor dem Ziel "geschluckt". Auch der Vorstoß einer siebenköpfigen Gruppe wurde schnell vom Hauptfeld zunichte gemacht. Alles sah nach einem Massensprint aus, bis Rebellin mit seinem Antritt drei Kilometer vor dem Ziel alle überraschte.
Am "Tag der Arbeit" waren 162 Fahrer aus 22 Teams auf die von rund einer Million Zuschauern gesäumte Strecke mit seinen berüchtigten Schleifen durch den Taunus gegangen.
Ergebnisse vom 42. "Rund um den Henninger Turm":1. Davide Rebellin (Italien) 5:09:17 Std.; 2. Erik Zabel (Unna) + 4 Sek.; 3. Igor Astarloa (Spanien); 4. Oscar Freire (Spanien); 5. Mirko Celestino (Italien); 6. Enrico Poitschke (Leipzig); ... 20. Jan Ullrich (Scherzingen) alle gleiche Zeit
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