Australier gewinnt vor Hondo / T-Mobile-Sprinter erneut abgehängt: Radsport: Australier Davis siegt auf fünfter Etappe
zuletzt aktualisiert: 04.06.2004 - 16:52Kulmbach (rpo). Geduld ist eine Tugend - auch im Radsport. Erik Zabel braucht derzeit bei der Deutschland-Tour der Radprofis viel Geduld, denn sein erster Etappensieg lässt weiterhin auf sich warten. Auf dem fünften Teilstück gewann der Australier Allen Davis.
Im Schlussspurt des fünften Teilstücks von Kelheim nach Kulmbach setzte sich der Australier Allen Davis vor Danilo Hondo aus Cottbus und dem Leipziger Steffen Radochla durch und holte nach zwei zweiten Plätzen seinen ersten Tagessieg. Der 23-Jährige von der spanischen Liberty-Seguros-Mannschaft übernahm von Hondo auch das blaue Trikot des Führenden in der Punktwertung.
"Ich war eigentlich in einer sehr guten Position. Aber leider habe ich den entscheidenden Antritt verpennt, da war"s plötzlich vorbei", sagte Zabel enttäuscht: "In diesem Jahr habe ich keinen Tritt gefunden, obwohl ich gut vorbereitet war. Ich weiß selbst nicht, woran es liegt, dass noch nichts dabei rausgekommen ist."
Zabel war am Hinterrad des Italieners Paolo Bettini auf die letzten 500 Meter gegangen. In der Endphase des Spurts war der 33-Jährige aus Unna jedoch zu früh aus dem Windschatten geraten und auf den letzten Metern chancenlos. Nun bietet sich ihm am Sonntag in Leipzig die letzte Chance in diesem Jahr auf seinen insgesamt 13. Etappensieg bei der Deutschland-Tour.
"Erik bringt zwar eine tolle Grundkondition mit, hat aber zurzeit nicht die nötige Spritzigkeit", sagte T-Mobiles sportlicher Leiter Mario Kummer: "Die vergangenen Wochen hatte er eine hohe Rennbelastung, insofern durften wir von vornherein nicht zu viel erwarten. Aber Richtung Tour de France wird sich das sicher bessern. "
Jens Voigt holt leicht auf
In der Gesamtwertung büßte Spitzenreiter Patrik Sinkewitz durch eine Unachtsamkeit seines Quick Step Teams eine bzw. drei Sekunden auf seine Verfolger Jens Voigt (Berlin) und Jan Hruska (Tschechien) ein. Wenige Kilometer vor der ersten Sprintwertung hatten sich die beiden gemeinsam mit anderen Fahrern aus dem Feld gelöst und sich damit Zeitgutschriften gesichert.
Voigt verkürzte seinen Rückstand als Fünfter auf 20 Sekunden, der im Gesamtklassement zweitplatzierte Hruska kam auf zehn Sekunden an Sinkewitz heran. "Mit so vielen Angriffen hatte ich nicht gerechnet. Die Etappe war schwerer als erwartet", sagte der 23-jährige Gesamtführende.
Jan Ullrich in Ausreißergruppe
Nachdem die Ausreißer - zu denen auch T-Mobile-Kapitän Jan Ullrich gehörte - kurz darauf wieder eingeholt worden waren, bildete sich eine neunköpfige Spitzengruppe, die ihren Vorsprung schnell auf 1:30 Minuten ausbaute. 25 Kilometer vor dem Ziel konnten sich der Russe Jewgeni Petrow und Robert Hunter aus Südafrika aus der Gruppe absetzen und dabei auch ihre deutschen Mitausreißer Matthias Kessler (Nürnberg) und Torsten Schmidt (Schwelm) abhängen. An der Sechs-Kilometer-Marke war ihre Flucht nach insgesamt 70 Kilometern beendet.
Eine Vorentscheidung im Kampf um den Gesamtsieg wird am Samstag fallen, wenn mit der Fahrt von Kulmbach auf den Fichtelberg die einzige Bergwertung dieser Deutschland-Tour auf dem Programm steht. Einen Tag vor der Schlussankunft der Rundfahrt in Leipzig warten im Verlauf der 186 km langen sechten Etappe ein Berg der dritten und zwei der zweiten Kategorie sowie der Schlussanstieg über sechs Kilometer, auf dem es 350 Höhenmeter zu überwinden gilt.
5. Etappe über 192,2 km von Kelheim nach Kulmbach:
1. Allen Davis (Australien) 4:20:07, 2. Danilo Hondo (Cottbus/Gerolsteiner), 3. Steffen Radochla (Leipzig/Illes Balears), 4. Jens Voigt (Berlin/CSC), 5. Fabrizio Guidi (Italien), 6. Roy Sentjens (Niederlande), 7. Erik Zabel (Unna/T-Mobile), 8. Sergio Marinangeli, 9. Salvatore Commesso (beide Italien), 10. Sebastien Hinault (Frankreich), ... 21. Patrik Sinkewitz (Fulda/Quick Step), ... 28. Jan Ullrich (CH-Scherzingen/T-Mobile) alle gleiche Zeit
Gesamtwertung:
1. Sinkewitz 17:30:50 Stunden, 2. Jan Hruska (Tschechien) 0:10 Minuten zurück, 3. Ullrich 0:18, 4. Igor Gonzales de Galdeano (Spanien) gleiche Zeit, 5. Voigt 0:20, 6. Andreas Klöden (Cottbus/T-Mobile) 0:49, 7. Francisco Mancebo 1:00, 8. Jose Ivan Guiterrez (beide Spanien) 1:12, 9. Davide Rebellin (Italien/Gerolsteiner) 1:37, 10. Pieter Weening (Niederlande) 2:05
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