Prozessbeginn im Sommer: Radsport: Frankreichs Dopingfahnder ermittelt gegen TVM
zuletzt aktualisiert: 11.01.2001 - 21:46Reims (sid). Zweieinhalb Jahre nach dem Finale der "Doping"-Tour de France 1998 ist die Führungsetage des inzwischen aufgelösten niederländischen Profi-Radrennstalls TVM wieder ins Visier der französischen Drogenfahnder in Reims gerückt. Dem gerade erst beendeten Prozess gegen das französische Festina-Team mit "Berg-König" Richard Virenque soll nun ein weiteres Verfahren gegen TVM folgen.
Die einstige Mannschaft des Sprintstars Jeroen Blijlevens war um Untersuchungen vorzubeugen während einer Tour-Passage 1998 in der Schweiz aus dem Rennen ausgestiegen. Schon vor dem Tour-Start war das TVM-Team in die Doping-Schlagzeilen geraten, weil im März gleichen Jahres 104 Ampullen mit dem Blutdopingmittel EPO im Mannschaftswagen an der farnzösischen Grenze entdeckt worden waren.
Nach Aussagen von Mannschaftsarzt Dr. Andrej Michailow habe es sich dabei um Medikamente für an Leukämie erkrankte Kinder in einem ukrainischen Krankenhaus gehandelt. Gegen den Mediziner soll nun ebenso ermittelt werden wie gegen Physiotherapeuten Jan Moors sowie TVM-Direktor Cees Priem. Dem Teamchef wird Einfuhr, Transport und Besitz giftiger Substanzen sowie der Gebrauch von Dopingmitteln und die Verletzung der französischen Medikamenteinfuhrgesetze vorgeworfen.
Ein Zeitpunkt für den Beginn des Verfahrens wurde noch nicht genannt. Mit der Prozesseröffnung wird jedoch im Sommer, kurz vor der am 7. Juli in Dünkirchen beginnenden 88. Tour de France gerechnet.
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