Zabel nach Defekt ohne Chance: Radsport: Museeuw gewinnt in Hamburg
zuletzt aktualisiert: 04.08.2002 - 17:44Hamburg (rpo). Bei den HEW-Cyclassics in Hamburg konnte sich der Weltcup-Spitzenreiter Johan Museeuw den Sieg sichern. Telekom-Profi Erik Zabel hatte kurz vor dem Ziel einen Defekt und war ohne Chance.
Die große Tour-Revanche zwischen Telekom-Kapitän Erik Zabel und dem Australier Robbie McEwen fiel aus. Ein Sturz und ein Reifenschaden verdarb den beiden Top-Sprintern das Konzept. Nutznießer war der Johan Museeuw aus Belgien.
Der Profi aus dem Team Domo-Farm Frites setzte sich im sechsten von zehn Weltcuprennen der Radsaison im Spurt einer neunköpfigen Spitze nach 253 Kilometern vor dem Spanier Igor Astarloa und dem Italiener Davide Rebellin aus dem Team Gerolsteiner durch. Museeuw bleibt damit in der Weltcup-Wertung weiter in Führung.
Lotto-Profi McEwen, der Zabel in Frankreich das Grüne Trikot entrissen hatte, musste nach einem Sturz nach gut 190 km aufgeben. Zabel büßte kurz vor dem letztmaligen Anstieg zum gefürchteten Waseberg 20 km vor dem Ziel mit einem Reifenschaden alle Chancen ein und kam nach langer Verfolgungsjagd in der dritten Gruppe abgeschlagen ins Ziel. "Das war der teuerste Reifenschaden in dieser Saison", erklärte Zabel im Ziel. Mit seinem Rückstand hatte er auch die Führung in der Weltrangliste eingebüßt. In den Crash von gut einem Dutzend Profis um McEwen waren auch die Tour-Fahrer Jens Voigt (Berlin) vom Team Credit Agricole und Jörg Jaksche (Ansbach) von Once sowie der Steinhagener Jörg Ludewig vom Team Saeco verwickelt.
Das erste wichtige Rennen eine Woche nach der Tour de France begann, als hätte ein großer Teil der Fahrer nicht schon die "Große Schleife" in den Beinen. Bereits kurz nach dem Start hatte sich eine 13 Fahrer zählende Spitze abgesetzt, der auch der Wolmirstedter Steffen Wesemann angehörte. Telekom versuchte von Anfang an das Rennen im Interesse seines Kapitäns Zabel zu kontrollieren. Auch beim nächsten Vorstoß von gut zehn Fahrern war mit dem Berliner Jan Schaffrath ein "Aufpasser" in Magenta dabei. Und auch dieser Vorstoß war schnell vorbei. Die 57 Meter hohe Köhlbrandbrücke über den Freihafen sah ein geschlossenes Feld. Das Spiel von Ausreißen, Aufpassen und Einfangen setzte sich auch im Folgenden fort.
30 km später wagte mit dem Schweizer Jörg Strauss vom Team Cologne ein Solist einen erneuten Vorstoß. Der 24-jährige Jungprofi kam zwar über fünf Minuten weg, aber das war zu wenig gegen ein Feld von 170 erfahrenen Akteuren aus 23 Teams. Bei der ersten Passage des Wasebergs mit seinen 16 Prozent Steigung hatte der Schweizer noch einen kleinen Vorsprung, bei der ersten Zielpassage in der Mönckebergstraße war das rund 45 km lange Solo beendet. Strauss stieg wenig später aus.
Danach bildeten sich immer wieder kleine Gruppen, doch das komplette Feld passte auf und ließ keine großen Vorsprünge mehr zu. Die Telekom-Taktik ging vorerst auf. Aber kurz vor dem Waseberg zerstörte der Defekt an Zabels Rad alle Hoffnungen auf den erneuten Sieg in Hamburg. Etliche Teamgefährten versuchten den Kapitän wieder nach vorn zu bringen. Schließlich musste sich Zabel allein auf die Verfolgung machen, nachdem seine Begleiter ihre Kräfte verschlissen hatten. Sein beeindruckender Kampf blieb erfolglos.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











