Keine Verbesserung beim Weltcup-Finale: Radsport: Telekom-Express chancenlos
zuletzt aktualisiert: 19.10.2003 - 13:58Bergamo (rpo). Der Italiener Michele Bartoli hat sich die Lombardei-Rundfahrt gesichert. Im Weltcup-Finale in Italien konnte sich der Telekom-Express jedoch nicht mehr verbessern. Paolo Bettini stand schon länger als Gesamtsieger fest.
Ohne seinen verletzten Joker Daniele Nardello war der Telekom-Express um Matthias Kessler im Weltcup-Finale in Italien chancenlos und konnte die gute Saisonbilanz nicht verbessern. Den Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt sicherte sich der Italiener Michele Bartoli, der seinen Vorjahreserfolg wiederholte. Als Gesamtsieger stand Landsmann Paolo Bettini seit zwei Wochen fest.
"Matthias hat alles probiert. Er hat am Ende nochmal alleine attackiert, doch dann fehlten die nötigen Körner", analysierte Telekom-Sportdirektor Mario Kummer, der mit der Weltcup-Ausbeute seines Teams aber sehr zufrieden sein konnte. Drei von zehn Rennen entschied das Magenta-Team für sich.
Im Frühjahr hatte Alexander Winokurow (Kasachstan) das Amstel Gold Race gewonnen, nach der Weltcup-Sommerpause dominierten dann Nardello bei der Meisterschaft von Zürich und Kapitän Erik Zabel (Unna) beim Herbst-Klassiker Paris-Tours.
In der Lombardei sollte Nardello erneut das Trumpf-Ass sein, doch wenige Stunden vor dem Start musste er passen. "Daniele hat über Schmerzen im Knie geklagt. Schade, denn er war gut drauf und hätte gemeinsam mit Matthias etwas reißen können", sagte Kummer.
Kessler hatte am Samstag den Anschluss verloren, als Bartoli 19 km vor dem Ziel zusammen mit Angelo Lopeboselli davonzog und nach 249 km vor seinem Landsmann gewann. "Ich habe bewiesen, dass ich große Rennen gewinnen kann und auch ein loyaler Teamfahrer bin", sagte Bartoli, der seinem Ärger über die Nichtberücksichtung für die vergangene WM Luft machte. Als letzter Profi hatte der Belgier Eddy Merckx 1971 und 1972 die Lombardei-Rundfahrt zweimal in Serie gewonnen.
Patrick Sinkewitz bester Deutscher
Während der Fuldaer Patrick Sinkewitz vom belgischen Team Quick Step 1:47 Minuten zurück als bester Deutscher seine starke Saison auf Platz acht abschloss und Kessler (1:58) 15. wurde, beendete Bettini das in Como gestartete Rennen nicht. Der Italiener verzichtete auf finale Positionskämpfe und stieg 32 km vor dem Ziel in Bergamo vom Rad.
"Heute hat mir noch der Jetlag von der WM-Rückreise zu schaffen gemacht. Aber ich bin mit meiner Saison vollends zufrieden", sagte Bettini, dem der zweite Gesamtsieg in Folge bereits nach dem Rennen von Paris nach Tours nicht mehr zu nehmen war. Der Teamkollege von Sinkewitz beendete die Weltcupsaison mit 365 Punkten vor dem Niederländer Michael Boogerd (220) und Peter van Petegem (219) aus Belgien. Hinter dem Italiener Davide Rebellin (187) vom Team Gerolsteiner wurde Zabel (186) Fünfter.
Den Grundstein hatte Bettini zum Saisonauftakt mit dem Sieg bei Mailand-San Remo gelegt, anschließend schaffte er mit den Erfolgen in Hamburg und San Sebastian als Erster in der seit 1989 ausgetragenen Weltcupserie drei Erfolge in einem Jahr. Van Petegem hatte die Frühjahrs-Klassiker Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix gewonnen, Tyler Hamilton (USA) bei Lüttich-Bastogne-Lüttich triumphiert.
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