Achtes Weltcup-Rennen in Zürich: Radsport: Ullrich will für Zabel siegen
zuletzt aktualisiert: 17.08.2000 - 13:59Hamburg (sid). Auch ein Tour-Sieger hat noch Träume. "Ich will unbedingt mal einen Klassiker gewinnen", erklärte Telekom-Star Jan Ullrich (Foto) nach seinem zweiten Platz bei der Frankreich-Rundfahrt vor vier Wochen: "Lüttich-Bastongne-Lüttich - das wäre was für mich." Oder der Weltcup in Zürich: "Das ist eines meiner Lieblingsrennen, der anspruchsvolle Kurs liegt mir", so der Merdinger.
Schon am Sonntag könnte der Wunsch in Erfüllung gehen. Für die "Meisterschaft von Zürich" - dem achten von zehn Weltcuprennen - hat sich Ullrich etwas vorgenommen: "Wenn ich grünes Licht bekomme, kann ich vorne dabei sein", ist der 26-Jährige überzeugt. Vor drei Jahren fuhr er wenige Wochen nach seinem Tour-Sieg auf dem schweren Kurs durch das Züricher Oberland bereits einmal auf Platz zwei.
Telekom-Teamchef Walter Godefroot hält sich allerdings noch etwas bedeckt: "Über die Taktik müssen wir noch reden, aber ich glaube schon, dass Jan das Rennen gewinnen kann." Für den Belgier ist neben Ullrich jedoch auch Andreas Klöden aus Berlin, der Telekom-Aufsteiger des Jahres, ein potentieller Siegfahrer.
Für Weltcup-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna) gilt das nicht. Teamkollege Ullrich glaubt: "In Zürich wird er keine Siegchancen haben." Dennoch ist die Verteidigung von Zabels Weltcup-Polster von 124 Punkten auf den Belgier Andrej Tschmil (Lotto) und 142 Zählern auf den Letten Romans Vainsteins (Vini Caldirola) oberstes Ziel. "Natürlich stelle ich mich in Eriks Dienst", versichert Ullrich.
Doch ein Erfolg des Zeitfahr-Weltmeisters auf der 243,6 km langen Strecke würde auch Zabel helfen. Denn während es für Platz eins 100 Punkte gibt, ist ein zweiter Rang nur noch 70 Zähler wert. "Je mehr Fahrer vor Tschmil und Vainsteins landen, desto besser für Erik", erläutert Teamsprecher Olaf Ludwig den Plan.
Zur Unterstützung Zabels sind neben Ullrich und Klöden auch Udo Bölts (Heltersberg), Jörg Jaksche (Ansbach), Kai Hundertmark (Eppstein-Bremthal) sowie die Italiener Alberto Elli und Giuseppe Guerini am Start. Sie sollen den Sprinter möglichst unbeschadet über die 16 Anstiege entlang des Zürichsees bringen und damit weiter Richtung Weltcupsieg. Wenn dann noch Ullrich für Zabel gewinnen sollte, wäre im Team Telekom doppelte Freude angesagt.
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