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Radsport
Cancellara gewinnt zum dritten Mal bei Paris-Roubaix
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Radsport 2013: Sagan sorgt für Po-Skandal FOTO: Scrrenshot Youtube
Roubaix. Fabian Cancellara hat nach der Flandern-Rundfahrt auch die Königin der Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. Der Schweizer setzte sich im Sprint gegen Sep Vanmarke durch und feierte in der "Hölle des Nordens" seinen dritten Triumph.

Durch die "Hölle des Nordens" in den Himmel: Fabian Cancellara hat nach 2006 und 2010 zum dritten Mal in seiner Karriere die Königin der Klassiker Paris-Roubaix gewonnen. Der Schweizer wurde bei der 111. Auflage nach 254,5 Kilometern seiner Favoritenrolle gerecht und setzte sich im altehrwürdigen Radstadion von Roubaix im Sprint gegen den Belgier Sep Vanmarcke durch. Cancellara wiederholte nach dem Erfolg bei der Flandern-Rundfahrt auch den begehrten Doppeltriumph bei den prestigeträchtigen Rennen, der ihm bereits 2010 gelungen war.

Allerdings war Vanmarcke (Blanco) Cancellara ein ebenbürtiger Gegner. Auch als der Zeitfahr-Olympiasieger von 2008 auf dem Pave-Stück Carrefour l'Arbre beschleunigte, hielt der Belgier dagegen. Vier Kilometer vor dem Ziel parierte er eine weitere Attacke. Auf den letzten Metern lieferten sich beide ein packendes Duell. Wie Bahnsprinter belauerten sich Cancellara und Vanmarcke, deuteten sogar Stehversuche an. Doch letztlich hatte der 32 Jahre alte Radio-Shack-Fahrer nach 5:46:13 Stunden die größeren Reserven.

Im Ziel fiel Cancellara jedoch entkräftet zu Boden und musste von Helfern in die Ruhezone geführt werden. Bei der Siegerehrung hatte er zumindest wieder die Kraft gefunden zu lächeln, und die Pflasterstein-Trophäe in die Höhe zu stemmen. "Dieser Sieg ist etwas Besonderes, ich musste so hart dafür kämpfen. Es war der härteste Tag, seit ich Rennen fahre", sagte Cancellara, der aber auch vom Verzicht des belgischen Titelverteidigers Tom Boonen (Rippenbruch) profitiert hatte.

Als Cancellara und Vanmarcke das Finale einläuteten, hatte John Degenkolb seine Kräfte schon aufgebraucht. Im Abschnitt Mons-en-Pevele knapp 50 km vor Schluss kämpfte der 24-Jährige verzweifelt, aber vergeblich um den Anschluss. "Ich habe nicht meinen besten Tag gehabt", sagte Degenkolb dem SID, nachdem er mit gut dreieinhalb Minuten Rückstand als 28. ins Ziel gekommen war.
Bester Deutscher war Marcel Sieberg (Lotto) auf Platz 24.

Auch der Rat von Ex-Profi Rolf Aldag half Degenkolb nicht mehr weiter: "Immer weiterfahren, egal, was ist. Du kannst immer wiederkommen." Dafür fehlte dem Kapitän von Argos-Shimano diesmal einfach die Energie, den Traum von einem Top-Resultat im Radstadion von Roubaix muss er mindestens um ein Jahr verschieben. Allerdings hatten ihn auch Schaltprobleme behindert. "Es war wirklich superhart", sagte er. Einziger deutscher Sieger bleibt Josef Fischer, der 1896 die Roubaix-Premiere gewonnen hatte.

Die Favoriten hatten sich lange Zeit belauert, bis Cancellara erstmals gut 50 km vor dem Ziel das Tempo forcierte. Daher hielten sich der Belgier Gert Steegmans und Matthew Hayman aus Australien an der Spitze, zu denen später der Schweizer Michael Schär und Damien Gaudin (Frankreich) aufschlossen. Durchgeschüttelt von den aufreibenden Pave-Stücken reduzierte sich das Peloton aber dennoch beträchtlich.

Das Rennen lief nach dem Geschmack von Cancellara, er musste lange Zeit keine gefährlichen Angriffe parieren. Seine Teamkollegen kontrollierten das Tempo, der Schweizer konnte seine Körner sparen, die er im Finale aber auch brauchte. Zwischendurch hatte auch Top-Sprinter Andre Greipel (Rostock/Lotto) eine letztlich erfolglose Attacke lanciert.

Bei niedrigen Temperaturen, aber Sonnenschein hatten insgesamt 198 Profis die 254,5 Kilometer in Compiegne nördlich von Paris in Angriff genommen. Auf zum Teil mittelalterlichen Straßen führten 52,6 Kilometer der Strecke über das gefürchtete Kopfsteinpflaster.

Quelle: sid/can
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