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Radsport
Degenkolb: "100 Prozent dopingfreier Sport ist eine Illusion"

John Degenkolb triumphiert in der "Hölle des Nordens"
John Degenkolb triumphiert in der "Hölle des Nordens" FOTO: afp, jm
Köln. Der deutsche Topsprinter John Degenkolb vom Team Giant-Alpecin hält einen gänzlich sauberen Radsport für illusorisch. "Man darf nicht erwarten, dass der Radsport jemals ganz ohne Betrüger sein wird.

Die gibt es auch in allen anderen Sportarten. 100 Prozent dopingfreier Sport ist eine Illusion", sagte der 26 Jahre alte Thüringer gut zwei Wochen vor dem Start der Tour de France (4. bis 26. Juli) bei t-online.de.

Degenkolb, mit Siegen bei Mailand-Sanremo und Paris-Roubaix der überragende Fahrer der abgelaufenen Klassiker-Saison, sieht im Kampf gegen Betrüger aber noch viel Potenzial. "Das ist auch eine Aufgabe des Weltverbandes. Da hat sich bereits viel getan, aber es müssen meiner Meinung nach Entscheidungen zügiger gefällt werden", sagte Degenkolb: "Im Hinblick auf das Team Astana zum Beispiel hat sich das viel zu lange hingezogen."

Die kasachische Mannschaft Astana um Tour-Sieger Vincenzo Nibali war immer wieder durch positive Dopingtests aufgefallen, durfte ihre Lizenz aber dennoch behalten und tritt auch bei der Tour an.

Degenkolb kämpft seit längerem für einen sauberen Sport. "Marcel Kittel, Tony Martin und ich haben da einen Pakt geschlossen und unser Gesicht dafür hergegeben", sagte er: "Wir haben eine Null-Toleranz-Politik, die wir vertreten. Und wir zeigen, dass man auch ohne Doping erfolgreich sein kann. Wer uns nicht glaubt, kann jederzeit gerne zu uns zum Training kommen und sich davon überzeugen, dass wir es ehrlich meinen."

(sid)
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