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Radsport
Fahrer kaufen Plätze in Profiteams

Mailand. Der italienische "Corriere della Sera" berichtet über illegale Praktiken bei Vertrags-Abschlüssen im Profiradsport. Nach Informationen der Zeitung müssen Fahrer oft für den Sprung vom Amateur- in den Profibereich Geld zahlen. Summen von bis zu 50.000 Euro für den Eintritt in ein unterklassiges Profiteam mit Aussicht auf das große Geld in einer WorldTour-Mannschaft seien keine Seltenheit. Die Manager der Teams Southeast, Bardiani-CSF and Androni-Sidermec leugneten solche Praktiken. Der "Corriere" nannte Matteo Mammini als Beispiel, der sich 2012 nach Platz sechs bei den U23-Weltmeisterschaften einer Profi-Mannschaft anschließen wollte. Bei entsprechenden Verhandlungen sei er aufgefordert worden, 50.000 Euro zu zahlen, um einen Kontrakt zu erhalten. Er hatte das Geld nicht, die Bank lieh es ihm auch nicht - heute ist Mammini Barkeeper in Porlezza. Der italienische Radsportverband reagierte bisher nicht auf die Vorwürfe. Ein Großteil der 35 namhaftesten italienischen Radprofis fährt mittlerweile in ausländischen Teams. Nur noch Lampre-Merida aus Italien ist in der höchsten WorldTour-Klasse vertreten.

(dpa)
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