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Kittel erklärt sein Tour-Aus
"Ich wollte im Grünen Trikot nicht aufgeben"

Fotos: Kittel quält sich nach Sturz
Fotos: Kittel quält sich nach Sturz FOTO: afp
Serre Chevalier. Der fünfmalige Etappensieger Marcel Kittel hat nach seinem Aus bei der 104. Tour de France traurig Abschied genommen. Nach einem Sturz musste Kittel das Rennen vorzeitig beenden, somit platzte sein Traum, das Grüne Trikot des besten Sprinters nach Paris zu tragen.

"Das ist eine riesige Enttäuschung für mich. Ich bin total im Eimer", sagte Kittel nach seiner Aufgabe wegen des Sturzes auf der 17. Etappe am Mittwoch und fügte hinzu: "Ich wollte im Grünen Trikot nicht aufgeben. Ich hatte den Ehrgeiz und die Motivation, durch den Tag zu kommen. Irgendwann hat mich aber die Realität eingeholt. Ich war am Croix de la Fer 18 Minuten hinter dem Feld."

Gravierende Verletzungen habe er sich nicht zu gezogen, bestätigte Kittel: "Ich bin soweit okay, habe eine Schwellung." In den letzten Tagen sei er aber bereits gesundheitlich angeschlagen gewesen, der Sturz habe ein paar weitere Formpunkte ausgemacht. Der 29-Jährige vom Quick-Step-Team war am Mittwoch bereits nach wenigen Kilometern in einen Sturz mit mehreren Fahrern verwickelt worden. Kittel fiel auf die rechte Seite, blutete an Knie, Ellbogen und Schulter und musste am medizinischen Begleitfahrzeug behandelt werden.

Trotzdem blickte Kittel zufrieden auf die zurückliegende Tour. "Ich habe fünf Etappen gewonnen. Es wäre falsch, mit einem schlechten Gefühl nach Hause zu fahren", betonte der Quick-Step-Profi.

Porträt: Marcel Kittel: Deutschlands Super-Sprinter FOTO: afp

Der 29-Jährige vom Quick-Step-Team war am Mittwoch bereits nach wenigen Kilometern in einen Sturz mit mehreren Fahrern verwickelt worden. Kittel fiel auf die rechte Seite, blutete an Knie, Ellbogen und Schulter und musste am medizinischen Begleitfahrzeug behandelt werden. Aufgeben kam zunächst nicht in Frage, den Col d'Ornon und den Col de la Croix Fer nahm er noch in Angriff. Doch die Schmerzen waren zu groß. Der Sturz war gar so heftig, dass Kittel das Rad und seinen rechten Schuh wechseln musste.

Ex-Skispringer gewinnt 17. Etappe

Zu der Zeit war der spätere Tagessieger Primoz Roglic bereits auf dem Weg zu seinem größten Coup. Der ehemalige Skispringer, der früh mit dem spanischen Altstar Alberto Contador und weiteren Fahrern ausgerissen war, siegte mit 1:13 Minuten Vorsprung. Am 2642 Meter hohen Col du Galibier hatte sich der starke Zeitfahrer schließlich abgesetzt und sich von den Favoriten nicht mehr einholen lassen. Eine kuriose Karriere hat Roglic hinter sich, 2007 war er noch Mannschafts-Weltmeister im Skispringen, ehe er zum Radsport wechselte. "Ich bin froh, dass ich damals die Entscheidung getroffen habe. Der Sieg heute war völlig verrückt", sagte der 27-Jährige.

Hinter Roglic ging der Schlagabtausch der Favoriten in die heiße Phase. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron bekam bei seiner ersten Stippvisite auf der 183 Kilometer langen 17. Etappe von La Mure nach Serre Chevalier zwar keinen Heimsieg, aber einen starken Lokalmatador Romain Bardet zu sehen. Der Vorjahreszweite attackierte beim Anstieg zum 2642 Meter hohen Col du Galibier mehrmals den britischen Spitzenreiter Chris Froome. Der dreimalige Tour-Champion hatte aber stets eine Antwort parat und verteidigte sein Gelbes Trikot erfolgreich. Bei der Kletterpartie wurde sogar der bisherige Zweite Fabio Aru aus Italien abgehängt. Damit liegt Froome, der als Tagesdritter noch vier Sekunden Zeitgutschrift sammelte, nun 27 Sekunden vor den zeitgleichen Rigoberto Uran aus Kolumbien und Bardet.

Fotos: Macron trifft Froome und Bardet FOTO: ap, PDJ

"Das ist eine große Ehre, vom Präsidenten beglückwünscht zu werden", sagte Froome und fährt mit Zuversicht seinem vierten Triumph entgegen: "Ich fühle mich viel besser als in den Pyrenäen. Das wird am Donnerstag der letzte schwere Tag bei dieser Tour." Bei der Bergankunft am Col d'Izoard bleibt den Rivalen nur noch eine realistische Chance, den Briten bei der Tour zu entthronen.

Kittel brach deutsche Rekorde

Für Kittel gibt es keine Krönung: Der beste Sprinter der Tour 2017 verlässt das Peloton. Mit fünf Etappensiegen hatte er deutsche Rekorde purzeln lassen und Uralt-Bestmarken von Eddy Merckx ins Wanken gebracht. Und in diesem Jahr war die Chance auf das erste Grüne Trikot eines deutschen Radprofis seit Erik Zabel 2001 zum Greifen nah - zumal der ausgeschlossene Seriensieger Peter Sagan nicht mehr im Feld war. Mit einem Vorsprung von 29 Punkten auf den Australier Michael Matthews war Kittel auf die fünftletzte Etappe gegangen. Der Australier eroberte nun kampflos Grün.

Bester Deutscher war am Mittwoch erneut Emanuel Buchmann, der auf den 15. Platz in der Gesamtwertung kletterte. Im Kampf um das Weiße Trikot des besten Nachwuchsprofis dürfte er aber chancenlos sein.

(areh/dpa)
 
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