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Rund um Köln
Der rheinisch-bergische Radklassiker

Fotos: Kittel gewinnt die Auftaktetappe
Fotos: Kittel gewinnt die Auftaktetappe FOTO: dpa, yv ase
Köln. Der Sonntag wird ein Festtag für den Radsport in der Region. "Rund um Köln" findet zum 99. Mal statt. Das Rennen bringt Profis und rund 3500 "Jedermänner" zusammen. Topstar ist der achtmalige Tour-Etappensieger Marcel Kittel. Von Martin Beils

Ostermontag 2003. 25 Grad. Sonne. Jan-Ullrich-Wetter. Der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger darf zum ersten Mal seit seiner ersten Dopingsperre wieder ein Radrennen fahren. "Rund um Köln", den rheinischen Klassiker, hat er sich ausgesucht. Er trägt nicht das Magentatrikot von T-Mobile, in dem er später Schlagzeilen machen sollte, sondern das türkisfarbene des kurzlebigen Essener Teams Coast. 50 Kilometer vor dem Ziel löst sich der einzige deutsche Tour-de-France-Sieger vom Feld. Er rast allein hinunter aus dem Bergischen Land bis zur Zielgeraden am Kölner Rheinufer. Es wird eine Triumphfahrt. Eine Million Fans stehen an den Straßenrändern.

So viele werden es an diesem Sonntag bei der 99. Auflage nicht sein, auch wenn der Radsport nach den finsteren Tagen wieder an Popularität und Bedeutung gewinnt. Die 196,7 Kilometer lange Strecke beginnt vor der Halle der VfL-Handballer in Gummersbach, schlängelt sich über bergische Höhen und durch Täler, vorbei an Altenberger Dom und Schloss Bensberg bis zum Ziel am Kölner Rheinauhafen. Das Rennen ist vom traditionellen, oftmals arg frühen Ostertermin - 2008 musste das Rennen wegen einer geschlossenen Schneedecke abgesagt werden - Schritt für Schritt in den Frühsommer gewandert.

Einen "Ulle" hat das Feld nicht zu bieten. Auch weil das Rennen, das drei Wochen vor dem Start der Frankreichrundfahrt in Utrecht stattfindet, nicht zu einer der höchsten Kategorien zählt. In Marcel Kittel, der 2013 und 2014 je vier Tour-Etappen für sich entscheiden konnte, ist ein Rennfahrer der starken deutschen Generation dabei. Allerdings fehlen ihm nach einer hartnäckigen Virusinfektion Rennkilometer. Ob er bei de Tour de France, die nach drei Jahren Pause wieder von der ARD übertragen wird, antreten kann, ist ungewiss. Heute reist er aus dem Trainingslager in der spanischen Sierra Nevada an. Weitere Promis im Sattel: Gerald Ciolek, Mailand-Sanremo-Sieger 2013, Tour-Etappensieger Linus Gerdemann und Fabian Wegmann.

Das Radrennen bezieht seine Faszination daraus, dass Profis und rund 3500 "Jedermänner" (68 oder 125 km), wie ambitionierte Freizeitfahrer bezeichnet werden, auf teils gleichen Strecken antreten - genau wie bei den bedeutendsten Marathonrennen. Starter des Jedermann-Rennens ist André Greipel, sechsmaliger Etappensieger bei der Tour und in Hürth Nachbar von Artur Tabat (73), seit vielen Jahren Cheforganisator und gute Seele von "Rund um Köln". Greipel tritt beim rheinisch-bergischen Klassiker nicht an. Das Rennen passt nicht in seine Tourvorbereitung.

Sonntag, 17.30 Uhr, WDR-Fernsehen

Quelle: RP
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