| 13.32 Uhr

Tour de France 2017
Start in Düsseldorf – Hoffnung auf "positive Lawine"

Porträt: Marcel Kittel: Deutschland Super-Sprinter
Porträt: Marcel Kittel: Deutschland Super-Sprinter FOTO: dpa, Yoan Valat
Düsseldorf. Am Donnerstag werden Details zum Start der Tour de France 2017 in Düsseldorf veröffentlicht. Die deutschen Radprofis erhoffen sich vom Tour-Start unter anderem eine Initialzündung für neue Rennen in Deutschland.

Marcel Kittel ist schon jetzt überzeugt. Dass der Radsport kein Schattendasein mehr fristet, werde einer breiten deutschen Öffentlichkeit spätestens 2017 beim Grand Depart der Tour de France in Düsseldorf vor Augen geführt. "Ich denke, dass sich einige Leute umgucken werden, was da abgeht", sagte der Thüringer Top-Sprinter dem SID im spanischen Trainingslager seines Etixx-Teams.

Bis zum Heimspiel der deutschen Profis sind es zwar noch fast 18 Monate, aber am Donnerstag wird morgens in der deutschen Botschaft in Paris und nachmittags in Düsseldorf schon mal vorgestellt, welche Gelegenheiten sich dann bieten werden. "Ich glaube fest daran, dass das ein Spektakel wird", sagte Kittel, und Zeitfahr-Spezialist Tony Martin unterstrich: "Ich gehe von einer gigantischen Party aus. Viele deutsche Fans haben auf diesen Moment gewartet."

Bekannt ist, dass der insgesamt vierte Grand Depart in Deutschland mit einem attraktiven Prolog-Zeitfahren beginnen soll. Ausgegangen wird von einem Kurs, der über Rheinbrücke und Königsallee führt. Für Martin, den dreimaligen Zeitfahr-Weltmeister, ein perfektes Szenario und nach Utrecht 2015 seine nächste Chance auf einen Auftakt in Gelb. "Das wäre für mich natürlich ideal", sagte Martin, der beim letzten deutschen Tour-Auftakt (1987 in West-Berlin) gerade zwei Jahre alt war. Kittel (27) war seinerzeit noch gar nicht geboren.

Ob der zweite Abschnitt dann den deutschen Sprintern wie eben Kittel, Andre Greipel oder John Degenkolb auf den Leib geschneidert wird, ist offen. Spekuliert wird zum einen über eine Streckenführung Richtung Niederlande, zum anderen wären Bad Homburg, Mannheim oder der Nürburgring gerne als Etappenorte dabei. So oder so erwarten die deutschen Fahrer bleibende Eindrücke, ähnlich wie 2005 beim letzten Deutschland-Besuch der Tour. "Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass es die deutschen Sportfans mitreißen wird", sagte Kittel.

Wichtig wäre eine solche Wirkung für den Radsport hierzulande auch aus anderer Sicht, denn aktuell verschwinden unablässig deutsche Rennen aus dem Kalender, was die gute sportliche Entwicklung deutlich kontrastiert. Zuletzt hatte es als letzte noch verbliebene Mehretappenfahrt die Bayern-Rundfahrt getroffen, die 2016 wegen finanzieller Engpässe nicht ausgetragen werden kann. Neben den Eintagesrennen in Frankfurt, Hamburg, Berlin und Münster ist Deutschland diesbezüglich zur Radsport-Diaspora verkümmert.

Auch das soll der Grand Depart am Rhein verändern helfen. "Wir hoffen, dass damit vielleicht eine positive Lawine losgetreten wird, dass wieder mehr Rennen kommen werden, die Deutschland-Tour wieder kommt, ein reines deutsches, erstklassiges Team entstehen wird", sagte Martin, denn nach seiner Ansicht "ist noch sehr viel Potenzial da".

(can/sid)
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