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Tour de France 2017
Greipel nach verpasstem Sieg genervt - Froome feiert

Pressestimmen:  "Christopher Froome, mehr Vernunft als Leidenschaft"
Pressestimmen: "Christopher Froome, mehr Vernunft als Leidenschaft" FOTO: afp
Paris. André Greipel schüttelte nach dem unglücklichen Ende einer frustrienden Tour de France genervt den Kopf, Chris Froome ließ auf den letzten Kilometern zum vierten Gesamtsieg mit den Sky-Kollegen Champagner-Gläser kreisen.

Mit dem Ende der deutschen Erfolgsserie auf den Champs-Élysees und der Triumphfahrt des britischen Dominators hat die 104. Frankreich-Rundfahrt in Paris ihren Schlussakkord erlebt - drei Wochen nach dem rauschenden Auftakt in Deutschland.

"Super, Platz zwei, na toll", sagte Greipel sarkastisch, nachdem er den "wichtigsten Sprint des Jahres" knapp gegen den niederländischen Sieger Dylan Groenewegen verloren hatte: "Natürlich bin ich nicht zufrieden, ich wollte hier gewinnen." Vor Hunderttausenden Zuschauern, darunter als "Fan" der ausgestiegene fünffache Etappensieger Marcel Kittel, wurde es nichts mit dem sechsten deutschen Erfolg und Greipels erstem bei der Tour 2017.

Froome durfte wenig später - diesmal im eher ungemütlichen Pariser Wetter - seinen vierten Tour-Coup nach 2013, 2015 und 2016 bejubeln. "Es ist gigantisch, einfach unglaublich. Auf diesen Moment hier auf den Champs-Élysées habe ich mich drei Wochen lang gefreut", sagte der 32-Jährige. Bei nur 54 Sekunden Vorsprung auf den Kolumbianer Rigobert Uran war es aber der am härtesten erkämpfte Sieg des Briten. "Jetzt gibt es erstmal Party", meinte Froome.

Die deutschen Sprinter verpassten in der Hauptstadt den vierten Erfolg in Serie beim Finale. 2014 hatte Kittel auf den Champs-Élysees gewonnen, der dominierende Spurter der 104. Tour hatte in der Schlusswoche verletzt aufgegeben, war am Sonntag aber als Zuschauer zurückgekehrt.

Greipel war bereits 2015 und 2016 zum Sieg in Paris gesprintet, im Vorjahr hatte er am Schlusstag seinen ersten Tagessieg gefeiert. Bei seiner siebten Tour-Teilnahme blieb der Rostocker nun erstmals ohne Etappenerfolg.

Vom 32 Jahre alten Froome war derweil sichtlich der große Druck abgefallen, den er sich vor allem selbst gemacht hatte. Auf der "Tour d'Honneur" aus Montgeron, wo 1903 die erste Tour gestartet war, nach Paris scherzte er ausgelassen mit seinen Kollegen um den Bonner Christian Knees, den zum zweiten Mal nach 2012 (Bradley Wiggins) einem Sky-Kapitän zum Tour-Erfolg verhalf.

In der Schlussphase der letzten Etappe, als auf den Champs-Élysées ein höllisches Tempo gefahren wurde, war Froome dann aber der gewohnt tadellose Profi. Mit seinem Team führte er auf der letzten Runde gar das Feld an, wollte bloß keinen Sturz im Getümmel riskieren.

Einen Tag zuvor hatte Froome endgültig für klare Verhältnisse gesorgt und beim Zeitfahren in Marseille im Stile eines Champions die letzte große Herausforderung gemeistert. Als Dritter beim Sieg des Polen Maciej Bodnar über 22,5 km hatte er seinen Vorsprung im Gesamtklassement deutlich ausgebaut.

Konkurrent Uran rückte durch eine starke Vorstellung im Kampf gegen die Uhr auf Platz zwei vor, Froomes vermeintlich härtester Rivale Romain Bardet brach ein und verteidigte noch so gerade den Platz auf dem Podium - mit einer Sekunde auf Sky-Edelhelfer Mikel Landa.

Der deutsche Weltmeister Tony Martin ging in Marseille wie beim Auftaktzeitfahren in Düsseldorf leer aus. Der 32-Jährige vom Team Katjuscha-Alpecin belegte mit 14 Sekunden Rückstand den vierten Platz.

"Ich hatte ein wirklich gutes Gefühl und auch noch Kraft im Finale. Nach drei Wochen ist aber auch die Tagesform entscheidend. Ich muss akzeptieren, dass Bodnar schneller war", sagte Martin.

(sid)
 
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