| 18.56 Uhr

Tour de France
Froome steht vor dem dritten Gesamtsieg

Bilder: Froome sprintet nach Sturz zu Fuß Richtung Ziel
Bilder: Froome sprintet nach Sturz zu Fuß Richtung Ziel FOTO: afp
Morzine. Der britische Radprofi Christopher Froome hat seinen dritten Gesamtsieg bei der Tour de France dicht vor Augen. Der Gewinner der Jahre 2013 und 2015 behauptete seine Führung auch auf der 20. Etappe der 103. Frankreich-Rundfahrt erfolgreich.

Bei einer erneut risikoreichen Regenschlacht ging Froome auf Nummer sicher. Der 31 Jahre alte Brite überstand auch die letzte schwierige Alpen-Etappe nach Morzine unbeschadet und kann den Champagner kaltstellen. Sein Gelbes Trikot wird traditionell am Sonntag auf dem Weg nach Paris nicht mehr angegriffen. "Es ist ein wirklich unglaubliches Gefühl", sagte Froome. "Es ist dasselbe Gefühl, als wäre es das erste Mal."

Christopher Froome verwaltet die Führung 

Einen Tag nach seinem Sturz auf dem Weg nach Saint-Gervais konzentrierte sich Froome darauf, seinen Vorsprung mit Hilfe seiner Sky-Teamkollegen zu verwalten. "Es war toll, mit meinen Teamkollegen über die Ziellinie zu fahren. Sie haben so viel für mich getan, ich hätte mir nicht mehr wünschen können", betonte Froome. Der Sieger der Jahre 2013 und 2015 muss jetzt nun nur noch die Ziellinie auf dem Prachtboulevard Champs Élysées überqueren. Volles Risiko ging dagegen der Spanier Ion Izagirre und holte nach einer Attacke in der regennassen Abfahrt vom Col de Joux Plane den Etappensieg.

Äußere Anzeichen von Froomes Sturzfolgen waren ein Verband am Knie und ein Pflaster am Ellenbogen. Sonst wirkte der gebürtige Kenianer unbeeindruckt und ließ seine Sky-Mannschaft wie üblich die Kontrollarbeit im Feld verrichten. "Es ist Zeit, die Sache zu beenden", schrieb Froome vor der Etappe bei Twitter. Das Ziel erreichte er an der Seite einiger Kollegen vom Team Sky und dicht hinter dem Gesamtzweiten Romain Bardet aus Frankreich, der zusammen mit dem drittplatzierten Kolumbianer Nairo Quintana das Podium in Paris komplettieren wird. 

Ion Izagirre hängt auf der 20. Etappe alle ab 

Starker Regen in den Abfahrten und im Zielort Morzine, die abschließende Tour-Bergetappe über 146,5 Kilometer war noch einmal eine äußerst fordernde Prüfung. Besonders kritisch war der Col de Joux Plane – neben der Nässe machten unebener Straßenbelag, teils schlechter Asphalt, dazu Felsen und Bäume am Straßenrand die Schussfahrt zu einem Wagnis.

Izagirre beeindruckte das nicht, er hängte auch den früheren Tour-Champion Vincenzo Nibali ab, der hinter dem Kolumbianer Jarlinson Pantano als Dritter ankam. Izagirres Erfolg war der erste eines spanischen Fahrers bei der diesjährigen Großen Schleife. "Ich habe mir gesagt: Vollgas, sonst wird das nichts", sagte der Baske.

Peter Sagan ist der kämpferischste Fahrer der Tour 2016

Die Etappe begann in Megève mit einer Schweigeminute für die Opfer des Amoklaufs von München. André Greipel stand dabei im Trikot des deutschen Meisters in erster Reihe, eingerahmt von Tour-Direktor Christian Prud'homme und dem "Maillot jaune" Froome.

Einer der großen Protagonisten des Tages war Peter Sagan, der Träger des Grünen Trikots. Mit einem enormen Kraftakt zog der Slowake seinen Tinkoff-Kollegen Roman Kreuziger in eine aussichtsreiche Position. Der Tscheche lag durch die Unterstützung des Alleskönners Sagan, der auch zum kämpferischsten Fahrer der Tour 2016 bestimmt wurde, zwischendurch sogar auf Gesamtrang zwei hinter Froome, brach am Ende aber ein.

Emanuel Buchmann als bester Deutscher auf Platz 34 

Um den Etappensieg entbrannte ein heißer Kampf. Zunächst duellierte sich Julian Alaphilippe aus der Etixx-Mannschaft von Tony Martin und Marcel Kittel mit Pantano, dann fuhren Izagirre und Nibali hinzu. Aber der Spanier schüttelte selbst den als Abfahrtsspezialist bekannten Italiener ab. Als bester Deutscher kam Emanuel Buchmann auf Rang 34 mit über neun Minuten Rückstand auf den Tagessieger.

Das Leiden ist für die Radprofis nun überstanden, Zeit für den Schlussakkord. Froome darf auf dem Weg zu den Pariser Champs Élysées die Tour d'Honneur genießen und mit Schampus anstoßen, dafür kehren die Sprinter nochmals ins Rampenlicht zurück. Das Ziel ist auch für Marcel Kittel und André Greipel der prestigeträchtige Etappensieg auf dem Prachtboulevard. "Das wird das absolute Finale für mich und die Mannschaft. Es geht ans Eingemachte", sagte Kittel.

(jado/sid/dpa)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tour de France: Christopher Froome steht vor dem Gesamtsieg


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.