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Frankreich-Rundfahrt
Zweifel begleiten die Tour de France

Greipel gewinnt zweite Etappe
Greipel gewinnt zweite Etappe FOTO: dpa, karin sam
Meinung | Paris. Angesichts der ansteckenden Begeisterung, die an diesem Wochenende in den Niederlanden rund um den Start der Tour de France herrschte, könnte man auf die Idee kommen, hier habe ein unschuldiges Sportfest begonnen. Hat es nicht. Die Tour – wie jede andere berufssportliche Veranstaltung dieser Kategorie – begleiten Zweifel. Von Martin Beils

Dem Team Astana ist besonders dafür zu danken, dass es ihm wieder gelingt, diese Zweifel zu schüren und das nach wie vor akute Thema der Leistungsmanipulation im Blick zu halten. Das nach der Hauptstadt Kasachstan benannte zentralasiatische Team- das Land könnte Ende des Monats übrigens den Zuschlag für die Olympischen Winterspiele bekommen - sorgte mit fünf Dopingfällen in den vergangenen Monaten für Schlagzeilen. Und unmittelbar vor dem Start in Utrecht weigerte sich die Mannschaftsleitung, den Rennfahrer Lars Boom aus der Equipe zu nehmen.

Greipel schlüpft ins Grüne Trikot FOTO: afp, AG

Nach einer freiwilligen Selbstverpflichtung der Topteams, der sich auch Astana angeschlossen hatte, hätte der Niederländer nicht starten dürfen. Wegen abnormaler Cortisolwerte wäre eine Woche Schutzsperre fällig gewesen. Teamchef Alexander Winokurow aber entschied, dass Boom gesund sei, er also starten dürfe.

Winokurow an sich ist eine ständig präsente Erinnerung an die ganz schwarzen Tage des Radsports. Der Olympiasieger von London reihte sich einst ein in die Liste de Sportler, die sich mit kuriosen Ausreden für positive Dopingproben gegenseitig übertrafen. Er sagte, er sei bei einem Sturz mit dopingversuchtem Blut eines Konkurrenten in Kontakt gekommen. Winokurow sagte jetzt, die Selbstverpflichtung der Teams für einen sauberen Sport hätten für ihn "keinen rechtlichen Wert". Vielen Dank für die erhellenden Worte.

Weitere Informationen zur Tour de France finden Sie hier.

Quelle: RP
 
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