| 11.58 Uhr

Tour de France
Martin gibt Kampf um Gelbes Trikot nicht auf

Greipel gewinnt zweite Etappe
Greipel gewinnt zweite Etappe FOTO: dpa, karin sam
Paris. Tony Martins Jagd nach dem Gelben Trikot ist am Auftakt-Wochenende der 102. Tour de France erfolglos geblieben. Sein großes Ziel hat er dennoch nicht aus den Augen verloren.

Tony Martin war erschöpft und enttäuscht, doch auch nach dem zweiten Akt seiner kleinen Tour-Tragödie ließ sich der deutsche Radprofi nicht entmutigen. "Der Kampf um das Gelbe Trikot ist auf eine relativ geringe Anzahl von Fahrern minimiert. Es ist nicht direkt mein Finale, aber ich werde versuchen, meine Chance zu nutzen", sagte Martin mit Blick auf die dritte Etappe der 102. Frankreich-Rundfahrt am Montag.

Ungebrochen verfolgt Martin seinen großen Traum von der erstmaligen Eroberung des Gelben Trikots, der am Wochenende in zwei dramatischen Entscheidungen geplatzt war. Dem zweiten Platz beim Auftakt-Zeitfahren in Utrecht folgte auf der zweiten Etappe am Sonntag ein unglückliches Finale.

Wäre Teamkollege Mark Cavendish, immerhin 25-maliger Tour-Etappensieger, zumindest auf den dritten Platz gesprintet, hätte Martin das begehrte Maillot jaune überstreifen dürfen. Doch Cavendish wurde beim Sieg des deutschen Top-Sprinters Andre Greipel (Rostock/Lotto-Soudal) nur Vierter, Martin-Rivale Fabian Cancellara (Schweiz/Trek) sicherte sich als Drittplatzierter vier Sekunden Zeitbonifikation.

Greipel schlüpft ins Grüne Trikot FOTO: afp, AG

"Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß", sagte Martin, der Cavendish trotz des "tragischen" Abschneidens keine Vorwürfe machte: "Er hat es in den Händen gehabt, aber er ist auf Sieg gefahren. Es hat nur nicht gereicht."

Womöglich reicht es für Martin am Montag, wenn auf der dritten Etappe die Entscheidung an der Mur de Huy fällt. Der nur 1300 m lange, aber bis zu 19 Prozent steile Anstieg ist Martin zwar nicht auf den Leib geschneidert, mit reichlich Wut im Bauch könnte er seine ärgsten Rivalen um Gelb aber auf Abstand halten.

Diese sind neben Spitzenreiter Cancellara auch der drittplatzierte Tom Dumoulin (Niederlande/Giant-Alpecin). Der Australier Rohan Dennis, der Martin am Samstag mit einem Tour-Rekord (Schnitt: 55,446 km/h) auf den zweiten Platz verdrängt hatte, zählt indes nicht mehr dazu. Der 25-Jährige vom Team BMC erreichte das Ziel der chaotischen Etappe nach Neeltje Jans auf dem 23. Platz - mit 1:26 Minuten Rückstand.

Fotos: Die Bilder vom Tour-Auftakt FOTO: dpa, bart sam

Mit einem Erfolg in Belgien bliebe ihm eine Situation wie am Samstag erspart, als er in Utrecht seinen "Tag zum Vergessen" erlebte. Sein zweiter Platz im Kampf gegen die Uhr war für Martin ein schwerer Schlag. "Ich bin super enttäuscht, zweite Plätze zählen für mich nicht mehr", hatte Martin, der seine gesamte Saison auf den Showdown in Utrecht ausgerichtet hatte.

Erschöpft von der Gluthitze hatte sich der gebürtige Cottbuser nach dem Rennen auf einen Stuhl im Zelt der Doping-Kontrolle fallen lassen und immer wieder den Kopf geschüttelt: "Ich bin hierhin gekommen, um Gelb zu holen. Das habe ich nicht geschafft, das ist sehr bitter." Sein Ziel hat er noch nicht aus den Augen verloren.

(sid)
Diskussion
Ihre Meinung zum Thema ist gefragt

Schreiben Sie jetzt Ihre Meinung zu:

Tour de France: Tony Martin gibt Kampf um Gelbes Trikot nicht auf


Beachten Sie dabei bitte unsere Regeln für Leserkommentare.