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Tony Martin erklärt Sturzrisiko bei der Tour
"Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen"

Fotos: Mehrere Fahrer bei Massensturz verletzt
Fotos: Mehrere Fahrer bei Massensturz verletzt FOTO: ap, PDJ
Huy. Radprofi Tony Martin führt die häufigen Stürze in der Anfangsphase der Tour de France auf die erhöhte Risikobereitschaft der Fahrer zurück.

"Bei der Tour ist jeder vier bis sieben Meter später an der Bremse als anderswo. Dort gilt umso mehr: Wer nichts riskiert, kann auch nichts gewinnen. Sicherlich geschehen auch deswegen die vielen Stürze", sagte Martin in einem Interview der "Welt" (Dienstag-Ausgabe).

Auf der dritten Etappe am Montag war der dreimalige Zeitfahr-Weltmeister auf dem Weg nach Huy dem Massensturz entgangen, bei dem sich der im Gelben Trikot fahrende Fabian Cancellara überschlug. Der Schweizer brach sich zwei Lendenwirbel und musste die Tour aufgeben. Auch mehrere andere Fahrer können die Frankreich-Rundfahrt verletzt nicht mehr fortsetzen.

"In die Tour gehst du halt mit der Gewissheit, in der ersten Woche sehr wahrscheinlich mindestens einmal, zweimal auf dem Pinsel zu liegen", erklärte Martin. "Das Kuriose ist, dass du dir sagst: "Für die Tour lohnt sich das." Also, sicherlich nicht die Stürze an sich, aber zumindest das Risiko." Eine Niederlage in der Tour sei nur schmerzlich zu verkraften. "Gerade wenn ich weiß, dass ich in der einen oder anderen Situation mit etwas mehr Risiko eine bessere Position hätte erreichen können", sagte Martin.

Der deutsche Radprofi war am Montag buchstäblich nur einen Wimpernschlag vom Gelben Trikot entfernt. Dem 30-Jährigen vom Team Etixx-QuickStep fehlte letztlich die Winzigkeit von 0,07 Sekunden zum erstmaligen Sprung in das begehrte Maillot jaune, das sich der Brite Christopher Froome (Sky) überstreifen durfte.

Froome hatte das Ziel an der Mur de Huy 0,93 Sekunden hinter Etappensieger Joaquim Rodriguez (Katjuscha) auf dem zweiten Platz erreicht, wurde aber mit der gleichen Zeit wie der Spanier gewertet. "Rolf Aldag (QuickStep-Management, d. Red.) hat sich nach dem Zieleinlauf noch einmal erkundigt, ob zwischen dem Hinterrad von Rodriguez und dem Vorderrad von Froome wirklich weniger als eine Sekunde lag. Ansonsten hätte er nicht die gleiche Zeit wie Rodriguez kriegen dürfen", erklärte Martin auf seiner Internetseite.

Die Gesamtwertung, die Froome mit einer Sekunde vor Martin anführt, ergibt sich aus der Addition der Etappenzeiten. Bei Zeitgleichheit entscheidet das Ergebnis des Einzelzeitfahrens, danach die Addition der Etappenplatzierungen. Martin hatte das Auftakt-Einzelzeitfahren in Utrecht am Samstag als Zweiter beendet, Froome hatte den 39. Platz belegt.

(dpa)
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