Giro d'Italia: Rastelli gewinnt erste Etappe
zuletzt aktualisiert: 20.05.2001 - 20:41Francavilla (rpo). Der 84. Giro d'Italia begann für Jan Ullrich mit Widrigkeiten. Eine Erkältung und ein Sturz auf regennasser Straße warfen den 27-jährigen Olympiasieger schon am ersten Giro-Wochenende zurück. Allerdings erfüllte Ullrich am Sonntag am Ende der ersten Etappe nach 202 km in Francavilla al Mare, wo sich der Italiener Ellis Rastelli als Überraschungssieger feiern ließ, die Minimal-Forderung: Der Telekom-Kapitän erreichte das Ziel in einer großen Verfolgergruppe 1:55 Minuten nach Rastelli.
Der Belgier Rik Verbrugghe verteidigte sein Rosa Trikot, dass er mit Rekordzeit als Schnellster des 7,6 km langen Prologs am Samstag in Pescara geholt hatte. Nach seinem 85. Rang auf den ersten 7600 m des Giro 39 Sekunden nach Verbrugghe verlor Ullrich am Sonntag weiteren Boden, was angesichts seiner Interessen in Italien - Einrollen für die Tour de France - nicht sehr ins Gewicht fiel. "Den Umständen entsprechend bin ich ganz zufrieden", sagte Ullrich.
Sein Giro-Debüt geriet wegen seiner Erkrankung schon zu Rundfahrt- Beginn zum Unternehmen mit vielen Unbekannten. "Wenn er den heutigen Tag übersteht, ist er so gut wie über den Berg", hatte sein Masseur und langjähriger Vertrauter, Dieter Ruthenberg, am Start gesagt. Im Ziel konnte der mit Antibiotika behandelte Ullrich die erste Etappe abhaken und einigermaßen zufrieden feststellen, dass er zumindest die erste Bergwertung nach 66 km unbeschadet überstanden hatte. Dabei kam dem Telekom-Kapitän, der in Italien Kurs auf seinen zweiten Tour-Sieg nehmen will, das anfangs moderate Tempo sicher entgegen. Nach drei Stunden lag das Stundenmittel immer noch in auch touristentauglichen Bereichen. Dafür wurde in der letzten Stunde um so schneller gefahren.
Die Italiener Domenico Gualdi und Mirko Marini hatten nach 11 km die erste Attacke des diesjährigen Giro lanciert. Sie arbeiteten lange erfolgreich zusammen. Auf der ersten Steigung, dem 1320 m hohen Abruzzen-Pass Capraro hatten die beiden 4:30 Minuten Vorsprung auf die ersten Verfolger. Aber 25 km vor dem Ziel an der Adria-Küste war ihr Ausflug beendet. Auf der letzten Abfahrt 20 km vor dem Ziel überschlugen sich die Ereignisse, und die Fahrer gingen auf regennasser Straße reihenweise zu Boden. Ullrich war gewarnt - er war auf einer Brücke 53 km vor Francavilla gestürzt, ohne sich zu verletzen. Wenig später hatte er wieder zum Feld aufgeschlossen. Bei den letzten Attacken, von einem entfesselten Marco Pantani entfacht, konnte er aber nicht mehr folgen.
Zum Prolog am Samstag war Ullrich quasi direkt aus dem Bett gestartet. Dafür war sein 85. Rang nach den ersten Metern von 3577 Giro-Kilometern aller Ehren wert. Der Zeitfahr-Weltmeister von 1999 war hinter seinem Team-Kollegen Danilo Hondo (Cottbus/28 Sekunden zurück) Zweitbester der vier deutschen Starter.
"Jan hatte fast den ganzen Tag im Bett gelegen, fuhr mit dem Rad zum Start und dann den Prolog", hatte Teamchef Rudy Pevenage berichtet. Der vom Rückenwind bevorteilte Verbrugghe, im April eindrucksvoller Gewinner des Fleche Wallonne, war mit einem Stundenmittel von 58,87 km den bsiher schnellsten Giro-Prolog gefahren.
Der Favorit , Francesco Casagrande aus Italien, musste nach der 1. Etappe aussteigen. Der Grund: Bruch des Handgelenks.
Ergebnisse:
1. Ellis Rastelli (Italien) 4:56:54 Stunden, 2. Wladimir Douma (Ukraine), 3. Gabriele Colombo (Italien), 4. Abraham Olano (Spanien), 5. Rik Verbrugghe (Belgien), 6. Mariano Piccoli, 7. Giuseppe Di Grande, 8. Marco Pantani (alle Italien), 9. Jan Hruska (Tschechien), 10. Ermanno Brignoli (Italien) alle gleiche Zeit, ... 17. Danilo Hondo (Cottbus/Telekom) 0:37 Minuten zurück.
Gesamtklassement: 1. Verbrugghe 5:04:38 Stunden, 2. Dario Frigo (Italien) 0:09 Minuten zurück, 3. Hruska 0:13, 4. Colombo 0: 18, 5. Olano 0:19, 6. Piccoli 0:22, 7. Wladimir Belli (Italien) 0: 26
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