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Maribor/Düsseldorf
Rebensburg feiert zweiten Sieg in Folge

Maribor/Düsseldorf. Die 26-Jährige gewinnt den Riesenslalom in Maribor und verkürzt den Abstand im Gesamtweltcup. Und das, obwohl die Oberbayerin beim finalen Lauf in Slowenien patzt. Im Ziel kann sie ihren Erfolg kaum fassen.

Von der Kristallkugel, die es für den Sieg im Gesamtweltcup gibt, will Viktoria Rebensburg nichts wissen. "Das interessiert mich jetzt ehrlich gesagt gar nicht", sagte die 26-Jährige. Immerhin: Die Skirennfahrerin aus Kreuth ist mit ihrem Sieg beim Riesenslalom in Maribor bereits auf den dritten Platz der Gesamtwertung vorgefahren.

Rebensburg raste in Slowenien zu ihrem zwölften Weltcup-Sieg, obwohl sie das Rennen zwischendurch schon abgehakt hatte. "Als ich ins Ziel einfuhr, dachte ich eigentlich, ich wäre Zehnte oder so", sagte Rebensburg und sprach von "Vollchaos" auf der aufgeweichten Piste. In Durchgang eins wären ihr bei frühlingshaften Temperaturen die Skier "fast weggeschwommen", im Finale patzte sie schon am dritten Tor. Rebensburg kämpfte sich aber bis ins Tal, bis zum Sieg. "Ich habe es im Ziel gar nicht glauben können, das macht den Erfolg umso schöner", sagte die Deutsche, die den Kurs mit einer Bestzeit von 2:29,82 Minuten abschloss. Die Slowenien Ana Drev benötigte als Zweite 0,32 Sekunden länger bei ihrem Heimspiel, Dritte wurde Tina Weirather aus Liechtenstein (plus 0,34 Sekunden).

Die Art und Weise, wie Rebensburg zwei Wochen nach ihrem Erfolg beim Riesenslalom in Flachau in Maribor zum Sieg fuhr, war beeindruckend. Zuvor hatte die Olympiasiegerin von 2010 drei Jahre lang auf einen Erfolg warten müssen. "Wir haben sehr hat gearbeitet", betonte Rebensburg und schwärmte von einem "super Tag". In der Disziplinwertung rangiert sie jetzt auf Platz zwei, 32 Zähler hinter der Österreicherin Eva-Maria Brem, der in Slowenien nach Halbzeitführung nur sieben Hundertstel zum Sprung auf das Podest fehlten. Zwei Rennen - inklusive dem Saisonfinale in der Schweiz - stehen noch aus. Für die Oberbayerin ist der Gesamtsieg im Riesenslalom also durchaus im Bereich des Möglichen. Doch das sei "Zukunftsmusik", wiegelte sie ab. "Ich gebe weiter Vollgas, dann schaue ich, was am Ende in St. Moritz rauskommt." Theoretisch könnte sogar noch der Sieg im Gesamtweltcup für Rebensburg herausspringen, die nur "von Rennen zu Rennen" denkt. Rebensburg hat bisher 680 Punkte gesammelt. Ihr Rückstand auf die US-Amerikanerin Lindsey Vonn (900 Punkte) und die Schweizerin Lara Gut (855) ist nicht uneinholbar.

Für Wolfgang Maier, Alpin-Chef des DSV, kommt das Comeback seiner Sportlerin nicht überraschend: "Es ist immer eine Frage des Selbstvertrauens. Bei der Vicky war es im vergangenen Jahr ein Hin und Her." Vor allem auf das Material komme es dabei an. Momentan kann sich Rebensburg wieder auf ihre Skier verlassen - und das auch bei Rennen wie in Maribor, wo hohe Temperaturen und pampiger Schnee Bretter und Sportlerin extrem herausforderten. Vonn und Gut schieden übrigens aus.

Rebensburg sagte nach dem Sieg in Maribor, sie habe wieder die Gewissheit, Fehler machen zu können und trotzdem schnell zu sein. In der ewigen deutschen Bestenliste ist sie mit dem zwölften Weltcup-Erfolg ihrer Karriere nun alleinige Fünfte. Vor ihr liegen nur Katja Seizinger (36 Siege), Maria Höfl-Riesch (27), Hilde Gerg (20) und Martina Ertl-Renz (14).

(dpa/sid/jado)
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