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Reit-EM in Aachen
Am Wassergraben endet Beerbaums Traum

Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen
Fotos: Deutsche Equipe holt Silber im Springen FOTO: dpa, ua lre
Aachen. Es waren die niederländischen Meisterschaften, die Deutschen allzu gute Gastgeber. Nach dem Mannschaftstitel in der Dressur und im Springen sicherte sich Jeroen Dubbeldam bei den Reit-Europameisterschaften in Aachen mit einer souveränen Leistung auch den Einzeltitel im Parcours. Von Dominique Schroller

Der amtierende Doppelweltmeister und Olympiasieger von 2000 blieb im Sattel von Zenith in beiden Umläufen ohne Fehler und sprang damit an die Spitze der internationalen Konkurrenz. "Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen. Im vergangenen Jahr habe ich dieses Pferd zum ersten Mal auf diesem Niveau geritten und nach den beiden Titeln bei den Weltreiterspielen in Caen habe ich mich gefragt, wie wir das toppen wollen. Wir konnten es nur wiederholen und dass uns das gelungen ist, dafür habe ich keine Worte", sagte der strahlende Sieger.

Die Hoffnungen der deutschen Reiter gingen dagegen im Wassergraben baden und zerschellten an der Dreifachen Kombination. Nachdem sie im Mannschaftswettbewerb am Freitag die ersehnte Goldmedaille versilbert hatten, leisteten sie sich auch in der Einzelentscheidung einen Fehler zuviel. Als Sechster hatte Ludger Beerbaum mit Chiara noch die besten Chancen, den Sprung in die Medaillenränge zu schaffen. Der viermalige Olympiasieger und fünffache Europameister scheiterte jedoch am Wassergraben. Mit dem Rand des Hufeisens trat seine Schimmelstute auf das weiße Band, das zum Hindernis gehört .

"Das war zum Kotzen und das meine ich wörtlich. Kein anderes Pferd hatte Fehler am Wasser. Eigentlich hatte ich ein gutes Gefühl und dann ist sie doch zu kurz gesprungen", kommentierte der sichtlich verärgerte deutsche Spitzenreiter seine Runde. Der Abwurf am ersten Hindernis des zweiten Umlaufs war symptomatisch für seine Enttäuschung über die hohen Erwartungen, die sich nicht erfüllt hatten.

Seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum und Teamkollege Christian Ahlmann blieben beide in der zweiten Runde fehlerfrei, hatten sich aber im ersten Umlauf an der Dreifachen Kombination mit Fibonacci und Taloubet jeweils einen Abwurf geleistet. Die Sprungfolge aus zwei Steilsprüngen und dem abschließenden Oxer hatte Parcourschef Frank Rothenberger in enger Distanz hinter den Wassergraben gebaut. Die Reiter mussten nach dem Weitsprung den Galoppsprung ihrer Pferde sofort deutlich verkürzen, um nicht zu schwungvoll zu den folgenden Planken zu kommen, die bei leichter Berührung fielen.

"Die Dreifache Kombination war sehr schwierig. Da hätte ich meinem Pferd mehr helfen können", sagte Meredith Michaels-Beerbaum selbstkritisch. Die dreimalige Europameisterin war insgesamt jedoch zufrieden mit ihrem Schimmel. "Er hat mir ein gutes Gefühl gegeben. Für die Zukunft bin ich sehr zuversichtlich." Die hat für Bundestrainer Otto Becker bereits begonnen. "Meine Gedanken kreisen bereits um Rio. Wir sind gut, das wissen wir, aber es gab den einen oder anderen Fehler, der nicht hätte sein müssen. Bei Finonacci und Taloubet wäre sicher mehr drin gewesen"

Christian Ahlmann möchte den Unterschied zwischen Deutschland und den Niederlanden nicht nur auf Glück und Pech reduzieren. "Unseren Nachbarn gelingt es immer wieder, auf den Punkt fokussiert zu sein und daran müssen wir uns messen." An der Motivation und an der Vorbereitung habe es sicher nicht gelegen. "Doch es fehlt uns ein Paar, das bei so einem Springen souverän zweimal Null geht. Für Finonacci war es das erste Championat überhaupt und Taloubet war nach seiner Verletzung noch nicht auf dem Höhepunkt seiner Leistungsfähigkeit. Uns fehlt die breite Spitze aus Reiter-Pferd-Kombinationen wie die Holländer sie haben."

Quelle: RP
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