Ulla Salzgeber in Genf vorn: Reiten: Ludger Beerbaum dominiert in Frankfurt
zuletzt aktualisiert: 10.12.2000 - 16:39Frankfurt/Genf (dpa). Beim Weltcup-Turnier in Genf ritten die deutschen Springreiter hinterher, doch in Frankfurt setzten sie die Akzente. Während der Brasilianer Rodrigo Pessoa bei der sechsten von 13 Weltcup-Stationen mit Lianos gewann und sich Markus Beerbaum als bester Deutscher mit Rang fünf begnügen musste, siegte sein Bruder Ludger am Samstag beim Internationalen Festhallen-Reitturnier im "Champions Cup".
Auf Figaro's Boy war Ludger Beerbaum in Frankfurt schneller als Fritz Fervers (Lastrup) auf Tyme Square und der Ire Billy Twomey auf Hilton. Der viermalige Olympiasieger aus Riesenbeck hatte auf einen Start in Genf verzichtet und damit die richtige Entscheidung getroffen. Mit seinem Wallach blieb er im Stechen wie neun andere Starter fehlfrei und setzte sich mit 35,57 Sekunden durch. "Die Veranstalter haben sich sehr um mich bemüht", sagte Beerbaum. Am Freitag hatte der ältere der Beerbaum-Brüder mit Figaro's Boy beim Internationalen Championat von Frankfurt den zweiten Platz erreicht. Der Sieg blieb trotzdem in der Familie, denn es gewann seine Schwägerin Meredith Michaels-Beerbaum (Thedinghausen) auf Stella.
Deren Mann Markus kam am Samstag beim Weltcup-Springen in Genf mit Charleston auf Rang fünf. Vor ihm landeten Weltmeister Pessoa, Ludo Philippaerts (Belgien), Peter Charles (Irland) und Jos Lansink (Niederlande). Nach vier Fehlerpunkten im Normalparcours hatten Franke Sloothaak (Borgholzhausen), Marcus Ehning (Borken) und Otto Becker (Mühlen) das Stechen verpasst. In der Gesamtwertung ist Markus Beerbaum nach sechs von 13 Stationen bester Deutscher mit 39 Punkten vor Rene Tebbel (Emsbüren). Es führt Philippaerts mit 53 Zählern.
Erfolgreicher als die deutschen Springreiter war Ulla Salzgeber in Genf. Die Dressur-Spezialistin aus Bad Wörishofen triumphierte bei der Grand-Prix-Kür ohne Probleme. Auf ihrem Olympia-Pferd Rusty gewann sie mit deutlichem Abstand vor der Niederländerin Gonnelien Rothenberger und Ann-Kathrin Kroth-Linsenhoff (Kronberg). In der Gesamtwertung rangierte nach fünf von neun Stationen Kroth-Linsenhoff (52 Punkte) vor Rothenberger (51) und Isabell Werth (Rheinberg/50). Salzgeber bestritt nach Berlin erst ihre zweite Weltcup-Dressur der Saison und schob sich nach dem zweiten Sieg mit 40 Zählern auf Rang vier.
Das bessere Dressur-Feld war am Wochenende in Frankfurt im Viereck. In der Festhalle setzte sich in der Grand-Prix-Kür Salzgebers Trainingspartnerin Heike Kemmer (Winsen/Luhe) auf Albano vor Olympiasiegerin Anky van Grunsven (Niederlande/Joker) und Rudolf Zeilinger (Emsbüren/Rubens) durch.
Olympiasieger Nieberg gewinnt Großen Preis
Mannschafts-Olympiasieger Lars Nieberg hat beim Internationalen Festhallen-Reitturnier in Frankfurt/Main den Großen Preis gewonnen. Der Hesse aus Homberg/Ohm war am Sonntag vor 6 000 Zuschauern mit Esprit nach 31,82 Sekunden ohne Fehler im ersten Stechen schneller als Rene Tebbel (Emsbüren) mit Meurer's Le Patron (31,97). Niebergs Prämie war ein PKW im Wert von 75 000 Mark.
Reiten in Zahlen:
CHI Frankfurt/Main:
Großer Preis: 1. Lars Nieberg (Homberg/Ohm) Esprit 0 Fehler/31,82 Sekunden; 2. Rene Tebbel (Emsbüren) Le Patron 0/31,97; 3. Roberto Arioldi (Italien) Paprika 0/33,73; 4. Ales Opatrny (Tschechien) Kris Kentaur 0/36,72; 5. Heinrich Hermann Engemann (Bissendorf) Iris 4/32,2; 6. Markus Merschformann (Münster) Camirez 4/34,11
Dressur, Grand Prix Kür International: 1. Heike Kemmer (Winsen/Luhe) auf Albano 79,29 Punkte, 2. Anky van Grunsven (Niederlanden) Gestion Joker 76,38, 3. Rudolf Zeilinger (Emsbüren) Rubens 75,06, 4. Falk Rosenbauer (Grönwohld) Doner Castania 73,32, 5. Isabell Werth (Rheinberg) Aleppo 71,61, 6. Anja Plönzke (Wiesbaden) Chopin 71,16
Dressur, Sieger-Preis S-Prüfung: 1. Heike Kemmer (Isernhagen) Ferregamo Note 9,50 (mögliche Höchstnote 10,00), 2. Monica Theodorescu (Füchtorf) L"Etoile 8,70, 3. Karin Rehbein (Grönwohld) Miss Holstein 8,50
Springen, Show: Jump and Drive: 1. Christian Ahlmann (Marl) Aldo, 2. Bernd Herbert (Viernheim) Gigolo, 3. Rene Tebbel (Emsbüren) Charly
S-Springen mit Stechen: 1. Holger Wulschner (Passin) Salieri 0/35,22, 2. Thomas Schepers (Schwerte) Power 0/37,01, 3. Emile tacken (Niederlande) Jeola 0/40,91, 4. Eric Navet (Frankreich) Darius du Menier 4/34,55, 5. Roberto Arioldi (Italien) Dime de la Cour 4/36,41, 6. Dirk Demeersman (Belgien) Fuego de Prelet 4/36,44
Champions Cup: 1. Ludger Beerbaum (Riesenbeck) Figaro"s Boy 0/35,57, 2. Fritz Fervers (Lastrup) Time Square 0/35,94, 3. Billy Twomey (Irland) Hilton 0/36,05, 4. Navet auf Dollar du Murier 0/36,12, 5. Meredith Mivchaels-Beerbaum (Thedinghausen) Concetto 0/36,24, 6. Heinrich-Wilhelm Johannsmann (Steinhagen) Potsdam 0/37,11, alle im Stechen
CHI Genf:
Trost-Preis: 1. Willi Melliger (Schweiz) Nithard 0/36,42, 2. Marcus Ehning (Borken) Anka 0/36,88, 3. Tim Stockdale (Großbritannien) Parcival 0/37,29, 4. Alice Debarry (USA) Jumbo 0/37,63, 5. Katie Monahan-Prudent (USA) Belladonna 0/37,72, 6. Robert Smith (Großbritannien) Hennessy 0/38,24, ... 15. Ulrich Kirchhoff (Borken) Galileo 4/41,59, alle im Stechen
Weltcup-Dressur: 1. Ulla Salzgeber (Bad Wörishofen) Rusty 80,38 Prozent; 2. Gonnelien Rothenberger (Niederlande) Leonardo da Vinci 77,43; 3. Ann-Kathrin Kroth-Linsenhoff (Kronberg) Red Liner 73,46; 4. Dieter Laugks (Düsseldorf) Habana 73,23; 5. Imke Bartels (Niederlande) Barbria 71,06; 6. Richard Davidson (Großbritannien) Askari 71,05; 7. Tineke Bartels (Niederlande) Luxaflex 69,27; 8. Francoise Cantamessa (Schweiz) Sir S 68,99
Weltcup-Gesamtwertung nach 5 von 9 Stationen: 1. Kroth-Linsenhoff 52 Punkte, 3. Rothenberger 51, 3. Isabell Werth (Rheinberg) 50, 4. Salzgeber 40, 5. Karin Rehbein (Grönwohld) und Rudolf Zeilinger (Emsbüren) beide 33, 7. Ellen Schulten-Baumer (Rheinberg) 30, 8. Anky van Grunsven (Niederlande) 28
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