Reformen sind notwendig: Reizthema Daviscup
zuletzt aktualisiert: 21.11.2000 - 14:57Neuss (sid). Der Rücktritt des exzentrischen John McEnroe als Daviscup-Kapitän der USA weist wieder einmal auf die Notwendigkeit von Reformen in dem traditionsreichen Mannschaftswettbewerb hin. McEnroe scheiterte mit seiner Mission, die Superstars Pete Sampras und Andre Agassi dauerhaft für den Daviscup zu begeistern, am immer enger werdenden Terminplan der Profitour, aber auch am verkrusteten Daviscup-Reglement.
Schon lange fordert die Spielervereinigung ATP vom Weltverband ITF ein Umdenken. Nicht mehr in der bisherigen Form, nach der die Finalisten dem Daviscup von der ersten Runde bis zum Endspiel vier Wochen im Jahr opfern müssen, sondern in einem einwöchigen Turnierformat soll die "hässlichste Salatschüssel der Welt" künftig ausgespielt werden.
Die Motivation, für Ehre und Vaterland anzutreten, treibt die millionenschweren Stars der Filzball-Branche eben weitaus weniger als die Aussicht, Dollars und Ranglistenpunkte zu sammeln. Eine Woche Daviscup bringt eine Menge Unordnung in den Terminkalender. Es stört die Vorbereitung, kostet Zeit für die Regeneration und fordert zudem oft eine kurzfristige Umstellung auf einen Belag, der auf der Tour gerade nicht gespielt wird.
Vor allem aber geht es um Geld. Vier Wochen für eine eher bescheidene Prämie der nationalen Verbände zu opfern und dabei das Risiko einer Verletzung einzugehen, ist ein ungleich größerer Aufwand, als sich einmal im Jahr für die nationale Sache zu opfern. Die Damen haben es übrigens vorgemacht. Im Daviscup-Pendant Fed Cup ist der Titelverteidiger für die Finalrunde gesetzt, drei weitere Mannschaften werden in einer dreitägigen Qualifikation ermittelt.
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