Spanien fehlt noch ein Punkt: Rittner und Co. vor Fedcup-Aus
zuletzt aktualisiert: 20.07.2002 - 22:08Cala Ratjada (rpo). Die deutschen Tennisspielerinnen stehen im Fedcup-Viertelfinale gegen Spanien schon nach dem ersten Tag mit dem Rücken zur Wand. Nach den ersten beiden Einzeln liegt die Mannschaft von Fedcup-Kapitän Markus Schur in Cala Ratjada auf der Ferieninsel Mallorca gegen den fünfmaligen Gewinner bereits 0:2 zurück.
Nach der 6:4, 6:7 (4:7), 3:6-Niederlage von Barbara Rittner gegen Arantxa Sanchez-Vicario musste sich Martina Müller Fedcup-Debütantin Marta Marrero am Samstag mit 1:6, 1:6 beugen.
Sollte Martina Müller das erste Einzel am Sonntag gegen Arantxa Sanchez-Vicario verlieren, wäre die Begegnung bereits entschieden und Spanien würde im Halbfinale bei der Fedcup-Endrunde im November wahrscheinlich auf Österreich treffen, das schon 2:0 gegen Kroatien führt. In den beiden anderen Viertelfinals stehen sich die Slowakei und Frankreich sowie Italien und Belgien gegenüber.
Zur Siesta-Zeit und bei über 30 Grad Hitze hatten rund 1000 Urlauber den Weg zum Fedcup-Duell gefunden, ein Großteil davon Deutsche, die zeitweise für Heimspiel-Atmosphäre sorgten. Barbara Rittner genoss diese Unterstützung und war auf dem besten Wege, das erste von nunmehr 15 Matches gegen die 30-jährige Arantxa Sanchez- Vicario zu gewinnen. Nach dem 6:4 im ersten Satz führte die Leverkusenerin im zweiten Durchgang bereits mit 3:1 und 5:3 ließ sich von der unermüdlich kämpfenden Spanierin aber noch in den Tiebreak zwingen.
Im dritten Satz konnte sie den 70. Fedcup-Sieg der Rekordhalterin in diesem Wettbewerb nicht mehr verhindern. "Schade, ich war schon oft nahe dran an einem Sieg gegen Arantxa, habe aber ein Spiel noch nie derart dominiert", sagte die enttäuschte Rittner, die zum Erstrunden-Sieg gegen Russland drei Punkte beigesteuert hatte. Anke Huber, die beim letzten deutschen Fedcup-Sieg 1992 dabei war, fieberte in der Ehrenloge mit. "Es war ein gutes Match von Barbara, das sie hätte gewinnen müssen. Aber ich weiß, wie schwer es ist, den Sack zuzubinden gegen jemanden, gegen den man zuvor immer verloren hat", urteilte die Mallorca-Urlauberin. Bundestrainer Schur machte eine mentale Blockade für die Niederlage verantwortlich: "Barbara hat hervorragend gespielt, gescheitert ist sie wohl nur daran, dass sie vorher 14 Mal gegen Arantxa verloren hat."
Die 19-jährige Martina Müller hätte Barbara Rittner lieber mit einem Vorsprung ins zweite Einzel geschickt: "Ich hätte ihr gern gesagt: Jetzt mach' das 2:0." Stattdessen ließ Martina Müller gegen Marta Marrero das 0:2 zu. Dem starken Aufschlag und druckvollen Grundlinienspiel der ebenfalls 19-jährigen Fedcup-Debütantin war die Hannoveranerin nicht annähernd gewachsen und besaß beim 1:6, 1:6 nicht die Spur einer Chance. "Sie hat unheimlich schlecht gespielt, mehr gibt es dazu nicht zu sagen", ärgerte sich Schur, kündigte für den Sonntag jedoch noch einen heißen Kampf an: "Das Spiel ist noch lange nicht verloren."
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