Dritter Weltcup-Sieg in Folge: Rodeln: Silke Kraushaar fährt auf und davon
zuletzt aktualisiert: 15.12.2001 - 19:05Oberhof (rpo). Silke Kraushaar befindet sich bereits in Olympia-Form und fährt der Konkurrenz weiter auf und davon. Am Samstag gewann die Oberhoferin auf ihrer Heimbahn den fünften Rodel-Weltcup der Saison und feierte damit den dritten Sieg innerhalb einer Woche.
Nach Königssee und Innsbruck/Igls war die Olympiasiegerin erneut nicht von ihrer Dauerrivalin Sylke Otto (Oberwiesenthal) zu bezwingen und baute damit ihre Weltcup-Führung aus. Gleichzeitig verdarb die Thüringerin der Sächsin die Chance auf den 50 000 Dollar-Jackpot des Weltverbandes FIL. Der ist unter anderem an den Gewinn dieser "Drei-Bahnen-Tournee" gekoppelt.
Gleich mit der ersten Fuhre des zweitägigen Weltcups im Thüringer Wald war eine Vorentscheidung gefallen. Silke Kraushaar drückte mit Startnummer eins ihren Bahnrekord um 7/100 auf 41,471 Sekunden. "Ich starte gern als Erste, da kann ich ohne Druck antreten und die Konkurrenz schon mal schocken", sagte die 31-Jährige, die in Oberhof ihren 17. Weltcup-Sieg errang und damit "Weltrekordlerin" Sylke Otto (20) immer dichter auf den Fersen ist. Diese war von der Bahnrekord- Meldung zwar überrascht, meldete aber trotzdem Siegambitionen an. "Grübeln nutzt nichts. Ich muss ja selbst die Bahn runter. Wir zwei sind so eng beieinander, da kann viel passieren", meinte die Weltmeisterin.
Mit der gleichen Startzeit wie Kraushaar im zweiten Durchgang wollte Sylke Otto noch einmal angreifen, doch ein Fehler im weiteren Verlauf der Fahrt machte den deutlichen Sieg der Olympiasiegerin vorzeitig perfekt. "Ich bin in einer guten Form, die ich möglichst bis Salt Lake City halten will. Hier in Oberhof habe ich gewisse Vorteile, die ich heute ausspielen konnte", sagte Silke Kraushaar, die die Siegesserie der deutschen Frauen im Weltcup auf 31 ausbaute.
Gemeinsam mit den beiden besten Rodlerinnen der Welt zu den Olympischen Spielen fährt Barbara Niedernhuber (Königssee). Die Olympia-Zweite von Nagano buchte als Vierte hinter der Österreicherin Angelika Neuner das dritte und letzte Frauen-Ticket. "Die Mädels haben mir in diesem Jahr die Entscheidung relativ leicht gemacht. Es war eine klare Angelegenheit", kommentierte Bundestrainer Thomas Schwab die Nominierung. Vor den deutschen Meisterschaften am Donnerstag in Altenberg gab er seinen drei "Auserwählten" aber noch Hausaufgaben auf den Weg. "Im athletischen Bereich muss etwas getan werden. Ich meine, dass wir da gegenwärtig einen leichten Abwärtstrend erleben", fand der Coach auch kritische Töne in der allgemeinen Zufriedenheit.
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