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Monza
Rosbergs Höhenflug hält in Monza an

Monza. Der Mercedes-Pilot gewinnt das Duell mit seinem Teamrivalen Hamilton. Der Engländer, Schnellster im Qualifying, verpennt den Start und hat nun nur noch zwei Punkte Vorsprung. Vettel wird Dritter und lässt die Ferraristi jubeln. Von Thomas Weitekamp

Eine Woche nach seinem Sieg in Spa gewann Nico Rosberg auch den Großen Preis von Italien. Der Mercedes-Pilot setzte sich wie in Belgien vor seinem Teamrivalen Lewis Hamilton durch. In Monza nutzte der 31-Jährige einen Sekundenschlaf des Engländers eiskalt aus. Der Schnellste des Qualifyings hatte den Start verpennt und damit früh den Sieg weggeworfen. Vor den anstehenden sieben Rennen hat der Mercedes-Pilot durch seinen 21. Grand-Prix-Sieg in der Gesamtwertung nur noch zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter und Weltmeister Hamilton.

Sebastian Vettel steuerte seinen Ferrari auf den dritten Rang, stand erstmals seit fünf Rennen wieder auf dem Podium und sorgte für ein ordentliches Heimspiel der Scuderia, das der Finne Kimi Räikkönen mit Rang vier abrundete. Konkurrent Red Bull hatte auf dem Hochgeschwindigkeits-Kurs keine Chance gegen die Roten. Daniel Ricciardo (Australien) wurde Fünfter, der zuletzt wegen seiner harten Fahrweise kritisierte Niederländer Max Verstappen fuhr recht unauffällig auf Rang sieben.

Der sonst so extrovertierte Hamilton wirkte bei der Siegerehrung zurückhaltend, in deren Verlauf Rosberg und Vettel sich in lupenreinem Italienisch an die Menge wandten. "Mein Start war ganz klar nicht gut", sagte Hamilton, dennoch sei er "stolz, ein Teil dieses Teams zu sein". Rosberg schwärmte grinsend von seinem "super Start, von da an lief alles perfekt". Vettel versprach den Tifosi die so heiß ersehnten Siege: "Ich kann nicht sagen, wann wir wieder gewinnen werden, aber wir werden gewinnen."

Nico Hülkenberg (Emmerich) holte für Force India als Zehnter immerhin einen WM-Punkt, Pascal Wehrlein (Worndorf) musste seinen Manor nach einer couragierten Anfangsphase mit technischen Problemen in der 28. Runde abstellen.

Gleich die ersten Meter auf der Strecke im Königlichen Park hatten es in sich. Hamilton legte einen ganz schwachen Start hin, nicht nur Rosberg und die Ferrari zogen vorbei. Der Brite fand sich nach der ersten Schikane auf Rang sechs wieder. In der Mercedes-Box fluchte Motorsportchef Toto Wolff, auf den Tribünen brandete Jubel auf. "Der Start war mein Fehler, sorry", funkte Hamilton an die Box. Vettel hatte indes mit seinem starken Start nicht nur Hamilton zunächst ausgeschaltet, auch Rosberg brachte er in Bedrängnis, absolvierte die ersten Kilometer dann aber als Zweiter.

Als beide Ferrari-Piloten beim ersten Stopp erneut die Supersoft-Reifen wählten, war klar, dass sie noch einmal mal an die Box mussten. Rosberg und Hamilton absolvierten ihre Stopps deutlich später und wechselten von Soft auf Medium. Der härtere und langlebigere Reifen erlaubte es beiden, das Rennen auf diesem Satz zu Ende zu fahren. Beim nächsten Stopp des Ferrari-Duos zogen Rosberg und Hamilton, der sich noch einen heftigen Fahrfehler erlaubte, vorbei.

Nach Felipe Massa (35/Brasilien), der seinen Abschied ankündigte, wird auch Jenson Button (36) im kommenden Jahr im Fahrerfeld fehlen. "Um es klarzustellen: Ich trete definitiv nicht ab", sagte der Engländer. In Monza bestritt er seinen 298. Grand Prix. Button gibt sein Stammcockpit an den Belgier Stoffel Vandoorne (24) ab, bleibt aber in den beiden kommenden Jahren als Entwicklungsfahrer beim McLaren-Honda-Rennstall.

(sid)
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