Kwan fast gestürzt: Russen Eistanz-Weltmeister
zuletzt aktualisiert: 22.03.2002 - 16:57Nagano (rpo). Die Russen Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch haben erstmals den Weltmeistertitel im Eistanz gewonnen. Bei der Kür setzten sich in Nagano die Olympia-Zweiten vor den Kanadiern Shae-Lynn Bourne/Victor Kraatz und den Israelis Galit Chait/Sergei Sakhnovski durch.
Die Olympiasieger Marina Anissina/Gwendal Peizerat (Frankreich) und die Titelverteidiger Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (Italien) fehlten. Die Berliner Kati Winkler/René Lohse wurden wie im Vorjahr Siebte.
Irina Slutskaja überzeugte mit einem fehlerfreien Kurzprogramm und steht vor dem Gewinn ihres ersten Weltmeister-Titels. Die Olympia-Zweite von Salt Lake City übernahm bei der Eiskunstlauf-WM in Nagano die Führung vor der Japanerin Fumie Suguri und Titelverteidigerin Michelle Kwan aus den USA.
Zwei Preisrichter zogen in der B-Note für die Präsentation die Höchstnote 6,0 für die 22 Jahre alte Moskauerin. Vorjahressiegerin Kwan zeigte sich hingegen wie schon bei Olympia nicht in Bestform und konnte beim dreifachen Lutz nur mit Mühe einen Sturz vermeiden. Aus eigener Kraft kann die Kalifornierin in der Kür-Entscheidung am Samstag (9.00 Uhr) nicht mehr gewinnen.
"Ich bin so glücklich über meine Noten, aber ich werde das ganz schnell vergessen, denn morgen ist ein neuer Tag mit einer neuen Herausforderung", sagte Slutskaja. Kwan kündigte ebenfalls totale Konzentration auf die Kür an: "Da muss ich ganz stark sein."
Hughes sagte ab
Wegen des Trubels um ihre Goldmedaille hatte Olympiasiegerin Sarah Hughes aus den USA ihre WM-Teilnahme abgesagt. Für einen Eklat sorgte Europameisterin Maria Butirskaja aus Russland, die vorzeitig nach Hause flog, ohne ihre Mannschaftsführung zu informieren. Die Ex-Weltmeisterin hatte nach der Qualifikation nur auf einem enttäuschenden sechsten Platz gelegen.
Erstmals seit Jahrzehnten hatte die Deutsche Eislauf-Union darauf verzichtet, den ihr zustehenden WM-Startplatz zu besetzen, nachdem die deutsche Vize-Meisterin Andrea Diewald aus München einen internen Leistungstest nicht bestanden hatte. Bei den Europameisterschaften im Januar in Lausanne war die Münchnerin schon in der Qualifikation gescheitert.
Eistanz, Endstand:
1. Irina Lobatschewa/Ilja Awerbuch (Russland) 2,0 Punkte 2. Shae-Lynn Bourne/Victor Kraatz (Kanada) 4,0 3. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Israel) 4. Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas (Litauen) jeweils 7,0 (besseres Kürergebnis zugunsten von Chait/Sachnowski) 5. Albena Denkowa/Maxim Stawiski (Bulgarien) 10, 0 6. Elena Gruschina/Ruslan Gonscharow (Ukraine) 12,0 7. Kati Winkler/Rene Lohse (Berlin) 14,0 8. Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russland) 16,0 9. Naomi Lang/Peter Tschernischew (USA) 18,0 10. Marie-France Dubreuil/Patrice Lauzon (Kanada) 20,2 11. Sylwia Nowak/Sebastian Kolasinski (Polen) 22,0 12. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Frankreich) 24,4 13. Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA) 26,6 14. Marika Humphreys/Witali Baranow (Großbritannien) 27,0 15. Kristin Fraser/Igor Lukanin (Aserbaidschan) 30,2, ... 17. Alia Ouabdelsselam/Benjamin Delmas (Frankreich) 34,0 ... 19. Stephanie und Thomas Rauer (Essen) 38,8
Damen, Stand nach dem Kurzprogramm:
1. Irina Slutskaja (Russland) 1,0 Punkte 2. Fumie Suguri (Japan) 2,0 3. Michelle Kwan (USA) 2,2 4. Yoshie Onda (Japan) 3,6 5. Sasha Cohen (USA) 3,8 6. Elena Liaschenko (Ukraine) 5,2 7. Julia Sebestyen (Ungarn) 5,4 8. Viktoria Wolschkowa (Russland) 8,4 9. Tatjana Malinina (Usbekistan) 8,6 10. Silvia Fontana (Italien) 8,8 11. Zuzana Babiakowa (Slowakei) 9, 8 12. Susanna Pöykiö (Finnland) 10,2 13. Laetitia Hubert (Frankreich) 14. Jennifer Robinson (Kanada) beide 10,4 (besseres Kurzprogramm zugunsten von Hubert) 15. Jennifer Kirk (USA) 10, 6
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