Franka Dietzsch Diskus-Dritte: Russin Iwanowa geht Weltrekord
zuletzt aktualisiert: 06.09.2001 - 16:23Brisbane (rpo). Die Russin Olimpiada Iwanowa hat am Donnerstag bei den Goodwill Games in Brisbane mit 1:26:52,3 Stunden einen Weltrekord im 20-km-Bahngehen aufgestellt.
Am dritten Tag der Leichtathletik-Wettkämpfe bei den "Spielen des guten Willens" gewann Ex-Weltmeisterin Franka Dietzsch aus Neubrandenburg mit dem dritten Platz im Diskuswerfen die erste Medaille für die deutschen Leichtathleten.
Olimpiada Iwanowa pulverisierte den Rekord für 50 Stadionrunden um mehr als zweieinhalb Minuten. Die bisherige Rekordzeit hatte die Portugiesin Susana Fetor erst am 21. Juli in Lissabon mit 1:29:36,4 Stunden aufgestellt. Dass im Bahngehen noch erhebliche Leistungssprünge möglich sind, wird auch dadurch deutlich, dass die Weltmeisterin von Edmonton in diesem Jahr auf der Straße die 20 km schon in 1:24:50 Stunden bewältigt hatte. Wegen der unterschiedlichen Streckenprofile werden beim Gehen auf der Straße keine Rekorde, sondern nur Bestzeiten geführt. Hinter der 21-Jährigen blieb ihre russische Landsfrau Jelena Nikolajewa mit 1:27:49,3 Stunden ebenfalls noch unter der alten Bestmarke.
Mäßige Leistung reichte für Bronze
Franka Dietzsch schloss ein nach vielen Verletzungen wenig glücklich verlaufenes Jahr zumindest von der Platzierung her befriedigend ab. Der Weltmeisterin von Sevilla 1999 reichten allerdings schon mäßige 62,59 m zu Goodwill-Bronze. Weltmeisterin Natalja Sadowa aus Russland musste sich mit 64,11 m der Weißrussin Ellina Zwerewa (66,36 m) geschlagen geben.
Vier Edmonton-Sieger gewannen am Donnerstag auch in Brisbane. Im Hochsprung der Frauen setzte sich die Südafrikanerin Hestrie Cloete mit 2,00 m gegen die Schwedin Kajsa Bergqvist (1,97 m) durch. Im Dreisprung landete die Russin Tatjana Lebedewa bei ihrem besten Versuch bei 14,58 m. Im Weitsprung reichten dem Kubaner Ivan Pedroso 8,16 m zum Erfolg.
Nicht zu schlagen war auch Olympiasieger, Weltmeister und Weltrekordler Jan Zelezny im Speerwerfen. Der Tscheche schleuderte das Gerät auf 87,52 m und damit nahezu zwei Meter weiter als der Amerikaner Breaux Greer (85,86). Für Boris Henry aus Saarbrücken reichten 82,34 m nur zu Platz fünf. Raymond Hecht aus Magdeburg wurde mit 78,68 m Siebter.
5.000-m-Weltmeister Richard Limo aus Kenia belegte in 15:28,00 Minuten lediglich den sechsten Rang. Dennoch gingen durch Paul Bitok (15:26,10), Luke Kipkosgei (15:26,61) und John Kibowen (15:26,63) alle drei Medaillen an Kenia. Ihre Siegesserie mit zuvor sieben Erfolgen bei den Golden-League-Meetings setzte Violeta Szekely mit 4:38,03 Minuten über eine Meile fort. Die Rumänin hatte lediglich das wichtigste 1500-m-Rennen des Jahres verloren: In Edmonton wurde ihre Landsfrau Gabiela Szabo Weltmeisterin. Bei den Männern gewann der Kenianer Noah Ngeny in 3:56,64 Minuten das Meilen-Rennen, Schnellster über 200 m war in Abwesenheit von Weltmeister Konstandinos Kederis (Griechenland) der Amerikaner Shawn Crawford in 20,17 Sekunden.
Ergebnisse Leichtathletik
Frauen:
1 Meile: 1. Violeta Szkely (Rumänien) 4:38,03 Minuten 2. Tatjana Tomaschowa (Russland) 4:38,13 3. Carla Sacramento (Portugal) 4:39,18
20 km Bahngehen: 1. Olimpiada Iwanowa (Russland) 1:26:52,3 Stunden (Weltrekord) 2. Jelena Nikolajewa (Russland) 1:27:49,3 3. Eva Perez (Spanien) 1:32:22,4
Hochsprung: 1. Hestrie Cloete (Südafrika) 2,00 m 2. Kajser Bergqvist (Schweden) 1,97 3. Vita Palamar (Ukraine) und Amy Acuff (USA) je 1,93
Dreisprung: 1. Tatjana Lebedewa (Russland) 14,58 m 2. Tereza Marinowa (Bulgarien) 14,37 3. Olena Goworowa (Ukraine) 14,25
Diskuswerfen: 1. Ellina Zwerewa (Weißrussland) 66,36 m 2. Natalja Sadowa (Russland) 64,11 3. Franka Dietzsch (Neubrandenburg) 62,59 4. Kristin Kuehl (USA) 62,39
Männer:
200 m: 1. Shawn Crawford (USA) 20,17 Sekunden 2. Christopher Williams (Jamaika) 20,38 3. Joshua Johnson (USA) 20,54
1 Meile: 1. Noah Ngeny (Kenia) 3:56,64 Minuten 2. Kevin Sullivan (Kanada) 3:56,81 3. Laban Rotich (Kenia) 3:56,88
5000 m: 1. Paul Bitok (Kenia) 15:26,10 Minuten 2. Luke Kipkosgei (Kenia) 15:26,61 3. John Kibowen (Kenia) 15:26,63
Weitsprung: 1. Ivan Pedroso (Kuba) 8,16 m 2. James Beckford (Jamaika) 8,07 3. Hussein Al-Sabee (Saud-Arabien) 7,97
Speerwerfen: 1. Jan Zelezny (Tschechien) 87,52 2. Breaux Greer (USA) 85,86 3. Eriks Rags (Lettland) 84,68 4. Steve Backley (Großbritannien) 83,34 5. Boris Henry (Saarbrücken) 82,34 6. Andrew Currey (Australien) 81,44 7. Raymond Hecht (Magdeburg) 78,68
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