Eiskunstlauf: Russische Eis-Spiele
zuletzt aktualisiert: 29.01.2005 - 17:02Turin (rpo). Die europäischen Titelkämpfe im Eiskunstlauf geraten zu einer rein russischen Veranstaltung. Auch in der Damenkonkurrenz gewann mit Irina Slutskaja ein Sportler russischer Herkunft den Titel. Damit gehen sämtliche Goldmedaillen nach Russland. Die deutsche Starterin Annette Dytrt aus München belegte einen unbefriedigenden zwölften Platz.
Die Ex-Weltmeisterin aus Moskau holte sich bei den europäischen Titelkämpfen in der Damen-Konkurrenz die sechste Goldmedaille und stellte sich damit auf eine Stufe mit Katarina Witt und der norwegischen Eislauf-Legende Sonia Henie. Die einzige deutsche Starterin Annette Dytrt aus München belegte mit 127,13 Punkten einen unbefriedigenden zwölften Platz.
Vor 8200 Zuschauern im Palavela von Turin, in dem in einem Jahr auch die olympischen Medaillen vergeben werden, hielt sich die 25 Jahre alte Russin, die auf 168,71 Punkte kam, trotz mehrerer Patzer die Konkurrenz gerade noch so vom Hals. Die Silbermedaille gewann die Finnin Susanna Pöykiö (158,93) vor Jelena Liaschenko aus der Ukraine (157,13).
Katastrophaler Start
Slutskaja hatte einen katastrophalen Kürstart, rettete sich aber am Ende mit Routine über die Runden. Titelverteidigerin Julia Sebestyen aus Ungarn patzte jedoch ebenfalls mehrfach und konnte den knappen Rückstand auf Slutskaja nach dem Kurzprogramm nicht mehr wettmachen, sie wurde Vierte.
Die gebürtige Tschechin Dytrt hingegen hatte sogar einen rabenschwarzen Tag erwischt. Nur ein einziger gelungener dreifacher Toe-Loop stand bei der Blondine auf der Habenseite, alle anderen Sprünge waren unsauber oder nur doppelt statt dreifach gedreht. Unter dieser Fehlerflut litt auch die Choreographie einer üblicherweise ansprechenden Kür zur Filmmusik "Spartacus".
Top-Ten-Platzierung verpasst
"Ich habe sehr gekämpft und mich sehr angestrengt. Leider hat es nicht zu einer besseren Leistung gereicht", sagte die 21-Jährige, die nicht nur ihren deutschen Rekord (152,72) weit verfehlte, sondern auch die erhoffte Top-Ten-Platzierung, die der Deutschen Eislauf-Union einen zweiten Startplatz für die nächsten Europameisterschaften verschafft hätte. Zudem fiel Dytrt um eine Position hinter ihre Vorjahresplatzierung (Rang elf) zurück.
Der Erfolg Slutskajas komplettierte den totalen EM-Triumph der Eiskunstläufer aus Russland. Bei den Herren siegte Weltmeister Jewgeni Pluschenko, die Titelverteidiger Tatjana Nawka und Roman Kostomarow setzten sich im Eistanz durch und im Paarlauf holten sich Tatjana Totmianina und Maxim Marinin mit dem neuen Europarekord von 196,28 Punkten die Goldmedaille. Die europäischen Titelkämpfe 2006 werden vom 17. bis 21. Januar in Lyon ausgetragen.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











