Olympia: Russisches Paar holt Gold im Eistanz
zuletzt aktualisiert: 21.02.2006 - 09:10Turin (rpo). Tatjana Nawka und Roman Kostomarow haben im Eistanz die Goldmedaille gewonnen. Das russische Paar wandelte dabei auf den Spuren von Katarina Witt. Die Welt- und Europameister siegten 18 Jahre nach dem Triumph der Chemnitzerin in Calgaray ebenfalls zu den Längen aus der Oper "Carmen". Die Welt- und Europameister erreichten 200,64 Punkte und verwiesen nach einem spannenden Zweikampf die US-Meister Tanith Belbin und Benjamin Agosto (196,06), die einen Flamenco zeigten, auf den zweiten Platz.
Die beiden Moskauer blieben vor 8.000 Zuschauer im fast ausverkauften Palavela von Turin nahezu fehlerfrei und durften sich nach ihrer Kür von den zahlreichen russischen Fans frenetisch feiern lassen. Nach dem dritten Sieg im dritten Wettbewerb hat das russische Olympia-Team damit die Chance, durch eine weitere Goldmedaille in der Damen-Konkurrenz einen kompletten Triumph perfekt zu machen. Rang drei ging mit 195,85 Zählern an Jelena Gruschina und Ruslan Gontscharow aus der Ukraine.
Die beiden "Comeback-Paare" konnten sich mit soliden Kürleistungen für ihre Stürze im Originaltanz rehabilitieren, hatten aber erwartungsgemäß mit der Medaillenvergabe nichts mehr zu tun. Die Lokalmatadoren Barbara Fusar-Poli und Maurizio Margaglio wurden am Ende Sechste, unmittelbar gefolgt von Margarita Drobiazko und Povilas Vanagas aus Litauen.
Dabei zog die 34 Jahre alte Italienerin wie schon am Sonntag am Ende der Kür zur Filmmusik "Prinz von Ägypten" eine bühnenreife Show ab. Hatte sie am Vortag ihren Partner wegen dessen Fehler noch wutentbrannt sekundenlang angestarrt, brach sie diesmal in ein hemmungsloses Schluchzen aus und schien fast nicht mehr in der Lage, das Eis des Palavela zu verlassen.
Gar nicht mehr teilnehmen konnten Marie-France Dubreuil und Patrice Lauzon. Die Kanadierin war beim Originaltanz schwer auf die Hüfte gefallen und gab schon vor dem Einlaufen auf.
Die olympische Eistanz-Entscheidung fiel ohne deutsche Beteiligung. Die deutschen Meister Christina und William Beier aus Dortmund hatten zwar die internationale Vorgabe des Weltverbandes ISU erfüllt, scheiterten jedoch an der Qualifikationshürde des Nationalen Olympischen Komitees (NOK). Statt wie vom NOK gefordert Elfte zu werden, reichte es für die Schützlinge von Trainer Martin Skotnicky bei den europäischen Titelkämpfen nur zum 13. Platz.
Die olympischen Eiskunslauf-Wettbewerbe werden am Dienstag (19 Uhr) mit dem Kurzprogramm der Damen fortgesetzt. Auch in dieser Disziplin ist keine deutsche Teilnehmerin am Start.
Eistanz im Palavela:
Gold: Tatjana Nawka/Roman Kostomarow (Russland) 200,64 P.
Silber: Tanith Belbin/Benjamin Agosto (USA) 196,06
Bronze: Jelena Gruschina/Ruslan Gontscharow (Ukraine) 195,85
4. Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder (Frankreich) 194,28
5. Albena Denkowa/Maxim Stawiski (Bulgarien) 189,53
6. Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio (Italien) 183,46
7. Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas (Litauen) 183,21
8. Galit Chait/Sergej Sachnowski (Israel) 181,16
9. Oksana Domnina/Maxim Schabalin (Russland) 173,76
10. Sinead und John Kerr (Großbritannien) 167,43
11. Megan Wing/Aaron Lowe (Kanada) 166,40
12. Jana Chochlowa/Sergej Nowitzki (Russland) 164,48
13. Federica Faiella/Massimo Scali (Italien) 164,37
14. Melissa Gregory/Denis Petuchow (USA) 159,15
15. Nozomi Watanabe/Akiyuki Kido (Japan) 153, 41
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