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Russland, die Schweiz und Frankreich sind heute die Favoriten

Russland - Slowakei. Mit einem Sieg gegen den EM-Debütanten Slowakei wäre das Achtelfinale ganz nah, doch die Angst vor Krawallen überschattet den zweiten Turnier-Auftritt von Russland. Nach dem 1:1 zum Auftakt gegen England könnte die diesmal favorisierte Sbornaja mit einem Erfolg in Lille (heute, 15 Uhr/ARD) einen großen Schritt Richtung K.o.-Runde vollziehen.

Ob der Schalker Roman Neustädter wie gegen die Engländer erneut von Beginn an auf der Sechser-Position auflaufen darf, ist noch offen. Gut möglich, dass der zuletzt leicht angeschlagene und gegen die Three Lions erst spät eingewechselte Denis Gluschakow Neustädter verdrängt. Auch wenn die Russen zum Turnierauftakt mit ihrem biederen Auftritt nicht gerade glänzen konnten und nur mit sehr viel Glück zum Punktgewinn kamen, gelten sie gegen die Slowaken als Favorit.

Schwieriger ist die Lage für die Slowaken. Das Team um Mittelfeldstar Marek Mamsik muss nach dem 1:2 gegen Wales gewinnen, um im Rennen um die K.o.-Runde zu bleiben. Trainer Jan Kozak kündigte an: "Es wird definitiv Veränderungen geben." Ondrej Duda, der gegen Wales als Joker traf, könnte von Beginn an spielen, der genesene Tomas Hubocan den Kölner Dusan Svento aus der Viererkette verdrängen. Letztlich wird aber alles vom Neapel-Star Hamsik abhängen, der beim Auftakt enttäuschte.

Rumänien - Schweiz. Der Druck auf die Schweizer "Bundesliga-Auswahl" ist gewaltig. Selbst der freundliche Ottmar Hitzfeld packt seine ehemaligen Schützlinge nicht in Watte. "Das Erreichen des Achtelfinales ist Pflicht", sagt er. Noch nie hat die Schweiz das bei einer EM geschafft. Heute (18 Uhr) reicht gegen Rumänien in Paris dazu ein Sieg. Ausreden gelten nicht. Mit elf Profis aus der Bundesliga ist die Schweiz angereist, drei von ihnen sind sogar ihren deutschen Klubs langsam entwachsen - und auf dem Weg in die Weltklasse. Granit Xhaka wird teuerster Schweizer der Geschichte, er wechselt aus Mönchengladbach zum FC Arsenal. Torwart Yann Sommer könnte die Borussia in Richtung Manchester City verlassen, und Linksverteidiger Ricardo Rodriguez will kein Wolfsburger mehr sein. Er besitzt eine Ausstiegsklausel, Arsenal, der AS Rom und Real Madrid sind im Rennen.

In der Heimat gilt das Team von Trainer Vladimir Petkovic auf dem Papier daher als beste Mannschaft in der Schweizer Fußballgeschichte. Nun müssen Resultate her. Der Auftakt in Gruppe A gegen Außenseiter Albanien war aber wenig verheißungsvoll. Trotz fast einstündiger Überzahl kam die Schweiz gegen den EM-Debütanten nur zu einem schmeichelhaften 1:0. Doch damit genügt ein Sieg gegen Rumänien, um die erste Achtelfinalteilnahme perfekt zu machen.

Frankreich - Albanien. Die Équipe tricolore will ihr Albanien-Trauma besiegen. In Marseille wartet auf die französische Mannschaft allerdings der vermeintliche Angstgegner in der EM-Gruppe A. Und der schlägt auch jetzt wieder forsche Töne an. "Dem Gastgeber eins auszuwischen, wäre natürlich auch geil. Das spukt in unseren Köpfen am ehesten rum", sagt Albaniens Abwehrspieler Mergim Mavraj vom 1. FC Köln vor dem Duell (heute, 21 Uhr). "Wir haben gezeigt, dass wir keine Angst vor großen Teams haben", so Amir Abrashi vom SC Freiburg. "Ich denke, wir können ein positives Ergebnis erzielen." Das gelang den Albanern in den vergangenen zwei Jahren schon zweimal gegen die Franzosen. Im November 2014 trotzten sie dem EM-Gastgeber ein 1:1 in Rennes ab, ein Jahr und zwei Tage vor dem Rendezvous in Marseille gewann Albanien 1:0 daheim. "Wir haben zweimal in zwei Jahren gegen sie gespielt und sie nicht geschlagen", warnt Frankreichs Trainer Deschamps. "Es wird ein schweres Spiel, aber wir haben eine Rechnung offen", betonte Mittelstürmer Olivier Giroud. Die Niederlage vor einem Jahr war einer der Tiefpunkte in der bisherigen Deschamps-Ära. Lustlos, ideenlos - auch Payet, der neue fußballerische Nationalheld der Grande Nation, enttäuschte damals und wurde erstmal nicht wieder ins Nationalteam berufen. Nie schien der mittlerweile 29-Jährige weiter weg von der EM als an jenem Abend in Albanien. Nie war Payet wichtiger für die Franzosen als jetzt, zumal die vermeintlichen Stars Paul Pogba und Antoine Griezmann gegen die wie Albanien defensiv starken Rumänen enttäuschten und wirkungslos blieben.

Quelle: RP
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