Jubel und Tränen bei deutschen Turnierinnen: Russland erstmals Europameister
zuletzt aktualisiert: 12.05.2000 - 21:35Paris (dpa). Zum ersten Mal seit der Premiere 1994 haben Russlands Turnerinnen bei Europameisterschaften den wertvollsten Titel gewonnen. Mit 115,760 Punkten setzte sich der dreifache "Vize" am Freitag in Paris gegen die Ukraine (115,302) und den ohne die am Fuß verletzte Mehrkampf-Weltmeisterin Maria Olaru angetretenen Titelverteidiger Rumänien (114,703) durch.
Favoritin auf den Einzel- Titel sind nach dominierenden Vorstellung vom Freitag Victoria Karpenko (Ukraine/38,867) und Titelverteidigerin Swetlana Schorkina (Russland/38,818). Für das 24er-Finale am Samstag qualifizierten sich mit Dagmar Fehrenschild (Hoffnungsthal/37,036) als 14. und Birgit Schweigert (Köln/37,005) als 15. auch zwei Deutsche. Gemeinsam mit Lisa Brüggemann (Köln) hatten sie mit 109,903 den neunten Platz in der Mannschaft erkämpft und waren damit einen Rang besser als 1998.
Jubel und Tränen bei dem deutschen Turnerinnen-Trio, obwohl es das vorgegebene Ziel seines Teamchefs von 110 Punkten fast erreichte. Nach dem Mannschafts-Vierkampf ohne Streichnote fehlten bei 109,903 nur 93/1000. "Damit kann die Mannschaft leben und auch ich. Wir sind unserem ersten Ziel für die WM 2001 näher gekommen", erklärte Koch.
Dagmar Fehrenschild (Hoffnungstahl) entpuppte sich nach einem fast fehlerlosen Wettkampf mit 37,036 als beste Deutsche und lieferte mit 9,600 am Barren die erhoffte Klasseleistung ab. Dennoch verfehlte sie das gewünschte Finale der besten acht und damit das ersehnte Olympia- Tickte für Sydney glatt.
Bis um 11.23 Uhr ging Kochs Taktik auf. Dann aber patzte Birgit Schweigert am Balken (9,050), anschließend auch noch Lisa Brüggemann (beide Köln) am Balken (8,325) und am Boden mit 9,075. Dass es dennoch kein "Schwarzer Freitag" für die deutsche Mannschaft wurde, verdankte der Teamchef einer geschlossenen kämpferischen Mannschaftsleistung.
So wurde Paris zur Wiedergutmachung für die schwachen Vorstellungen 1998 bei der EM in St. Petersburg, wo es nur den indiskutablen zehnten Platz gab und damit die Pechsträhne Richtung Sydney 2000 eingeleitet wurde. Denn bei den mit den Weltmeisterschaften gekoppelten Olympia-Qualifikation im chinesischen Tianjin fehlten für das Sydney-Ticket als 15. immerhin drei Plätze und 1,637 Punkte.
Jetzt gibt es für Fehrenschild und Schweigert nur noch eine Minimalchance, nach Sydney zu kommen, wenn sie am Samstag das Kriterium des Nationalen Olympischen Komitees und des Bundesausschusses Leistungssport erfüllen: Ein Platz unter den ersten zehn im Einzel-Vierkampf. "Die Messlatte ist unheimlich hoch gelegt worden, aber wir versuchen das. Die beiden können noch etwas zulegen", so Koch.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











