Langlauf-Weltcup: Sachenbacher gewinnt Jagdrennen - Angerer vor Gesamt-Erfolg
zuletzt aktualisiert: 08.03.2006 - 17:55Falun (rpo). Evi Sachenbacher kann es noch. Mit einem furiosem Zielsprint hat die Langläuferin überraschend das Jagdrennen beim Weltcup im schwedischen Falun für sich entschieden. Nach jeweils fünf Kilometern in der Klassischen und Freien Technik setzte sich die 25-Jährige aus Reit im Winkl in 29:26,7 Minuten vier Zehntelsekunden vor Olympiasiegerin Katerina Neumannova aus Tschechien und Beckie Scott aus Kanada durch. Über die doppelte Distanz der Herren verpasste Tobias Angerer zwar seinen sechsten Saisonsieg als Zweiter hinter dem Norweger Petter Northug um fünf Zehntelsekunden, baute aber seine Führung in der Gesamtwertung fast uneinholbar aus. Axel Teichmann wurde im ersten Rennen nach vierwöchiger Verletzungspause Dritter.
"Bei den Olympischen Spielen durfte ich in meinem Lieblingsrennen nicht starten und war sehr enttäuscht. Heute habe ich gezeigt, was ich drauf habe", sagte Sachenbacher-Stehle mit Verweis auf ihre olympische Fünftages-Schutzsperre wegen eines nicht regelkonformen Blutwertes. "Ich habe den ganzen Mist und den Hickhack von Turin abgehakt und freue mich riesig über diesen Erfolg."
Der auf den letzten Metern noch vom Junioren-Weltmeister Petter Northug überspurtete Angerer wehrte trotz 271 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung vor den letzten vier Rennen (maximal 400 Punkte sind möglich) vorzeitige Glückwünsche zum erstmaligen Gewinn der großen Kristallkugel des Weltcup-Gesamtsiegers ab. "Das war heute mit Sicherheit eine Vorentscheidung. Aber erst wenn rechnerisch nichts mehr anbrennen kann, bin ich am Ziel und lasse mir gratulieren", sagte der Vachendorfer.
Zeitgleich mit Angerer stürzte Olympia-Pechvogel Axel Teichmann über den Zielstrich. Mit seiner zweitbesten Saisonleistung unterstrich der wahrscheinlich am Ende von Angerer entthronte Weltcup-Titelverteidiger, dass er sich von seiner unmittelbar vor den Olympischen Spielen durchgeführten Oberschenkel-Operation bestens erholt hat. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) und Jens Filbrich (Frankenhain) komplettierten den erneut starken Auftritt der deutschen Herren-Mannschaft auf den Rängen zehn sowie zwölf.
Sachenbacher-Stehle will sich nach dem Olympiawinter einem Belastungs-Bluttest stellen, um wegen ihres angeblich permanent hohen Hämoglobinwertes im Blut künftig im Weltcup mit einer Ausnahmegenemigung des Weltverbandes FIS starten zu können. In Pragelato fehlte die Genehmigung. Sachenbacher-Stehle wurde vor dem olympischen Jagdrennen mit einem Hämoglobinwert von 16,4 statt der erlaubten 16,0 getestet und entsprechend der FIS-Regeln "zum Schutze des Athleten" fünf Tage gesperrt.
"Das ganze Theater dort ist mir sehr nahe gegangen. Ich habe mich extra auf dieses Rennen hier vorbereitet, um meine Antwort zu geben. Es hat geklappt", sagte Sachenbacher-Stehle, die zuletzt im November 2002 (5 km Freistil in Kiruna) im Weltcup gesiegt hatte. Nach einem langsamen Rennen hatte die Sprint-Olympiazweite von 2002 auf der leicht ansteigenden Zielgerade die größte Endgeschwindigkeit, spurtete an der lange führenden Olympiasiegerin Katerina Neumannova vorbei und siegte mit vier Zehntelsekunden Vorsprung auf die Tschechin.
Als Tages-Dritte verkürzte Beckie Scott (Kanada) ihren Rückstand in der Gesamtwertung zur diesmal nach einem Sturz auf der Zielgerade nur achtplatzierten Norwegerin Marit Björgen auf 147 Punkte. Sachenbacher-Stehle verbesserte sich auf Rang fünf. Claudia Künzel (Oberwiesenthal), die diesmal nur 19. wurde, ist Gesamt-Siebte.
Langlauf, Weltcup in Falun/Schweden, Jagdrennen:
Damen über 10 km (jeweils 5 km Klassisch und Freistil):
1. Evi Sachenbacher-Stehle (Reit im Winkl) 29:26,7 Minuten
2. Katerina Neumannova (Tschechien) 0:00,4 Minuten zurück
3. Beckie Scott (Kanada) 0:00,5
4. Justyna Kowalczyk (Polen) 0:04,7
5. Olga Sawjalowa 0:08,0
6. Julia Tschepalowa (beide Russland) 0:09,0
7. Kristin Mürer Stemland 0:10,1
8. Marit Björgen 0:10,4
9. Hilde Pedersen gleiche Zeit
10. Kristin Steira (alle Norwegen) 0:10,6
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13. Viola Bauer 0:11
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19. Claudia Künzel (beide Oberwiesenthal) 0:19,8
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32. Stefanie Böhler (Ibach) 0:56,9
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44. Nicole Fessel (Oberstdorf) 1:44,0
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56. Anke Reschwamm (Willingen) 2:55,5.
Stand im Gesamtweltcup nach 20 von 24 Rennen:
1. Björgen 857 Punkte
2. Scott 710
3. Tschepalowa 656
4. Virpi Kuitunen (Finnland) 620
5. Sachenbacher-Stehle 556
6. Neumannova 530
7. Künzel 518
8. Pedersen 497
9. Petra Majdic (Slowenien) 403
10. Sara Renner (Kanada) 382
...
18. Bauer 293
...
21. Manuela Henkel (Oberhof) 243
...
25. Böhler 183
...
53. Fessel 64
...
58. Reschwamm 42.
Herren über 20 km (jeweils 10 km Klassisch und Freistil):
1. Petter Northug (Norwegen) 51:42,2 Minuten
2. Tobias Angerer (Vachendorf) 0:00,5 Minuten zurück
3. Axel Teichmann (Lobenstein) gleiche Zeit
4. Tord Asle Gjerdalen 0:00,7
5. Frode Estil (beide Norwegen) 0:01,1
6. Martin Bajcicak (Slowakei) 0:01,8
7. Emmanuel Jonnier 0:02,0
8. Vincent Vittoz (beide Frankreich)
9. Valerio Checchi (Italien) alle gleiche Zeit
10. Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal) 0:02,1
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12. Jens Filbrich (Frankenhain) 0:02, 4,
...
27. Franz Göring (Zella-Mehlis) 0:12,0
...
39. Kay Bochert (Schmiedefeld) 1:07,3
Stand im Gesamtweltcup nach 20 von 24 Rennen:
1. Angerer 805 Punkte
2. Tor Arne Hetland (Norwegen) 544
3. Björn Lind (Schweden) 513
4. Vittoz 474
5. Jens Arne Svartedal (Norwegen) 437
6. Wassili Rotschew (Russland) 385
7. Peter Larsson (Schweden) 351
8. Pietro Piller-Cottrer (Italien) 308
9. Thobias Fredriksson (Schweden) 303
10. Estil 299, 11. Sommerfeldt 267
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15. Filbrich 250
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19. Teichmann 207
...
43. Andreas Schlütter (Oberhof) 111
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76. Göring 52
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95. Josel Wenzl (Zwiesel) 33
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98. Benjamin Seifert (Hammerbrücke) 32
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125. Tom Reichelt (Oberwiesenthal)
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127. Toni Lang (Hauzenberg) beide 13
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