Skilanglauf-Weltcup in Partenkirchen: Sachenbacher holt nach 14 Jahren ersten deutschen Welt-Cup-Sieg
zuletzt aktualisiert: 27.12.2001 - 16:30Garmisch-Partenkirchen (rpo). Evi Sachenbacher hat die deutschen Skilangläuferinnen erlöst. Der "Wirbelwind" feierte den ersten Weltcup-Sieg seit 14 Jahren und beendete damit eine nicht mehr enden wollende Durststrecke.
Die nur 1,61 Meter große Sportlerin stürmte beim einzigen deutschen Langlauf-Weltcup in Garmisch-Partenkirchen zu einem souveränen Triumph. Mit ihrem Erfolg im Sprint löste die 21-Jährige aus Reit im Winkl Simone Greiner-Petter-Memm ab, die am 15. Januar 1988 in Toblach den letzten von bislang vier deutschen Einzelsiegen gefeiert hatte.
"Das ist der Wahnsinn, absolut brutal. Ich kann das überhaupt nicht fassen und hätte zuvor nie damit gerechnet", meinte die von den Zuschauern begeistert gefeierte Sachenbacher. Mit einem Antritt am letzten Berg der 1,5 km langen Strecke am Fuße der Olympiaschanze entschied die Sportsoldatin das Finale vor Sabina Valbusa (Italien) und Maj Helen Sorkmo (Norwegen) für sich.
Im Ziel riss die Vorlaufschnellste Sachenbacher, die auch im Viertelfinale und Halbfinale der Weltelite keine Chance gelassen hatte, die Arme ungläubig in die Höhe. Auf dem Siegerpodest verdrückte sie anschließend ein paar Freudentränen.
Trainerwechsel wie ein Schub
Weiterer Lohn für die seit dem Trainerwechsel zu Bernd Raupach raketenartig durchgestartete Junioren-Weltmeisterin: Mit 45.000 Mark Prämien kassierte sie den größten Scheck der Karriere und übernahm die Führung im Sprint-Weltcup.
Von der nun greifbar nahen Olympiamedaille in Salt Lake City will Sachenbacher (Hobbies: "Tennis, Studium und Faulenzen") noch nichts wissen: "Jetzt bin ich erstmal froh, dass das geklappt hat. Eine Medaille bei Olympia - das kann ich mir überhaupt noch nicht vorstellen."
Bundestrainer Jochen Behle versprach für den Abend eine große Fete: "Da werden wir schon mal den Silvestersekt aufmachen. Evi hat unsere Ansprüche auf Olympiamedaillen unterstrichen."
Den Aufschwung der deutschen Langläufer speziell im Sprint unterstrichen Manuela Henkel (Oberhof) als Fünfte sowie Peter Schlickenrieder (Hirschau) und Tobias Angerer (Vachendorf) auf den Plätzen sechs und sieben. Das deutsche Herren-Duo war im Halbfinale knapp gescheitert: Der Sieg ging an den Italiener Christian Zorzi vor Tor Arne Hetland (Norwegen) und Peter Larsson (Schweden).
Henkel und Schlickenrieder erfüllten als Nummer sechs und sieben im deutschen Skilanglauf-Team die Olympia-Norm für Salt Lake City. Das Ticket hatten sich zuvor bereits Sachenbacher, Viola Bauer (Oberwiesenthal/12. in Garmisch), Axel Teichmann (Lobenstein), Andreas Schlütter (Oberhof) und Angerer gesichert. Vizeweltmeister Rene Sommerfeldt (Oberwiesenthal/11.) und Anke Reschwamm (Willingen/11.) erfüllten in Garmisch-Partenkirchen eine "halbe" Olympia-Norm.
Die Ergebnisse:
Damen, Sprint:
Finale:
1. Evi Sachenbacher (Reit im Winkl) 2. Sabina Valbusa (Italien) 3. Maj Helen Sorkmo (Norwegen) 4. Gabriella Paruzzi (Italien)
Kleines Finale:
5. Manuela Henkel (Oberhof) 6. Karin Moroder (Italien) 7. Andreja Mali (Slowenien) 8. Viktoria Lopatina (Weißrussland) ... 11. Anke Reschwamm (Willingen) 12. Viola Bauer (Oberwiesenthal) 17. Claudia Künzel (Oberwiesenthal) 25. Isabell Klaus (Geyer) 31. Yvonne Zeibig (Oberwiesenthal)
Herren, Sprint:
Finale:
1. Cristian Zorzi (Italien) 2. Tor Arne Hetland (Norwegen) 3. Peter Larsson (Schweden) 4. Trond Einar Elden (Norwegen)
Kleines Finale:
5. Freddy Schwienbacher (Italien) 6. Peter Schlickenrieder (Hirschau) 7. Tobias Angerer (Vachendorf) 8. Havard Bjerkeli (Norwegen)
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