Gang vor Gericht angekündigt: Savchenko/Szolkowy halten zu Steuer
zuletzt aktualisiert: 22.09.2006 - 14:04Chemnitz (rpo). Das Chemnitzer Eislaufpaar Aljona Savchenko und Robin Szolkowy lassen es auf ein Kräftemessen mit der Deutschen Eislauf-Union (DEU) ankommen. Das Paar sprach sich trotz der ablehnenden Aussagen der DEU für eine weitere Zusammenarbeit mit ihrem Stasi-belasteten Trainer Ingo Steuer aus. Dessen Rechtsanwältin kündigte unterdessen den Gang vor ein ordentliches Gericht an. Nun droht ein Rechtsstreit.
"Anders wird es nicht gehen", sagte Karla Vogt-Röller der Freien Presse in Chemnitz. "Die Sportler werden weiter mit Ingo Steuer trainieren, alles andere möchten sie nicht", betonte die Anwältin. Das Bundesinnenministerium (BMI) hatte der klammen DEU den Geldhahn zugedreht, nachdem diese Bereitschaft signalisiert hatte, dass Steuer seine Arbeit mit Hilfe von privaten Geldgeber fortsetzen kann. Erst nach der DEU-Kehrtwende überwies das BMI 200. 000 Euro.
In Chemnitz kündigte Oberbürgermeisterin Barbara Ludwig unterdessen an, ein Gespräch mit dem Paar zu suchen. Ludwig will sehen, "wo und wie ich helfen kann". Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete Detlef Müller bezeichnete laut Freie Presse die Vorgehensweise des BMI als Erpressung.
Müller hatte Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble persönlich einen Brief übergeben und darin betont, dass der Bundesstützpunkt bei einer Entlassung Steuers in Gefahr geraten würde. "Was hier passiert, deprimiert mich einfach nur", so Müller.
Für eine Weiterbeschäftigung Steuers hatten in den vergangenen Monaten auch Chemnitzer Bürger mit einer Unterschriftensammlung und Briefen an den Bundespräsidenten Horst Köhler und die Bundeskanzlerin Angela Merkel gekämpft.
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