| 10.11 Uhr

Frankfurt/Main
Schalke 04 nach Auftaktniederlage unter Zugzwang

Frankfurt/Main. Coach Markus Weinzierl verzichtete auf teure Zugänge in der Startelf und kassierte ein 0:1 in Frankfurt.

Der fast schon traditionelle Auftaktdämpfer verhagelte Markus Weinzierl gewaltig die Laune. Mit hängenden Schultern schlurfte der Trainer von Schalke 04 hin und her, die Hände in den Hosentaschen versteckt und den Kopf zum Boden geneigt. "Wir haben uns das komplette Gegenteil vorgenommen", sagte Weinzierl und kritisierte: "Wir haben es im Kopf und in den Zweikämpfen total verschlafen."

Das Resultat der "katastrophalen Anfangsphase" und eines insgesamt viel zu schwachen Auftritts war ein 0:1 (0:1) beim Außenseiter Eintracht Frankfurt - nur einmal haben die Königsblauen zum Start in die Saison der Fußball-Bundesliga damit in den vergangenen sieben Jahren gewonnen. Und Weinzierl stellte fest: "Das ist sehr enttäuschend. Ich bin mit der gesamten Mannschaft nicht zufrieden."

Zu harmlos im Angriff, zu passiv im Mittelfeld, zu unkonzentriert in der Defensive: Die Fehlerkette des hoch ambitionierten Europa-League-Starters zog sich durch sämtliche Mannschaftsteile. Und während Manager Christian Heidel wie Weinzierl immerhin "eine bessere zweite Halbzeit" wahrnahm, widersprach er dem Coach allerdings bei der Analyse des ersten Durchgangs. "Ich denke nicht, dass wir es verschlafen haben. Uns hat einfach das defensive Verständnis gefehlt", sagte Heidel, der die Schalker nach zuletzt durchwachsenen Jahren gemeinsam mit dem ebenfalls neuen Weinzierl endlich in ruhigere und erfolgreichere Zeiten führen soll. "Man hat gesehen, dass es auch nach dem Saisonauftakt noch etwas zu tun gibt. Wir müssen vieles verbessern."

Die Botschaft richtete sich tatsächlich an alle Schalker - Weinzierl eingeschlossen. Der Trainer musste sich beispielsweise im Nachgang der ernüchternden Partie die Frage stellen, warum er Millionen-Neuzugang Breel Embolo zunächst auf der Bank ließ. Ebenso war es äußerst merkwürdig, dass sich die Gäste nach dem vergebenen Foulelfmeter (68.) vom Siegtorschützen Alexander Meier (13.) nicht aufbäumten. Und warum eigentlich machte Schalke nach dem Platzverweis des Frankfurter Innenverteidigers Michael Hector (79.) aus der Überzahl so wenig? "Ich weiß es nicht", sagte Kapitän Benedikt Höwedes, "wir haben vieles falsch gemacht. Bis zum nächsten Spiel gibt es jedenfalls noch einen absoluten Verbesserungsbedarf."

Zwei Wochen haben sie in Gelsenkirchen dafür Zeit, um nach der Länderspielpause dem schier übermächtigen Rekordmeister Bayern München Paroli zu bieten. "Wir müssen nun zusammenwachsen und Spieler für Spieler integrieren", forderte Weinzierl, "dann ist auch die Anfangsphase wieder besser." Und seine Laune sowieso.

(sid)
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