Sprint-Weltcup der Langläufer:: Schlickenrieder im Sprint Fünfter
zuletzt aktualisiert: 17.12.2000 - 14:50Brusson/Italien (dpa). Die deutschen Skilangläufer etablieren sich im Weltmeisterschafts-Winter in den Top Ten. Beim Weltcup in Brusson stürmte Junioren-Weltmeister Axel Teichmann aus Lobenstein in Thüringen mit Platz fünf im Verfolgungsrennen erstmals in seiner noch jungen Laufbahn in die Weltspitze. Peter Schlickenrieder (Schliersee) belegte im Sprint über 1,5 Kilometer ebenfalls Platz fünf. Bei den Damen wurde Manuela Henkel (Großbreitenbach) Siebte, Claudia Künzel (Oberwiesenthal) kam auf Platz neun. "Mit vier Platzierungen unter den ersten zehn können wir sehr zufrieden sein. Das war auch für die Damen sehr wichtig", sagte der Weltcup-Koordinator des Deutschen Ski- Verbandes (DSV), Jochen Behle.
Der 30-jährige Schlickenrieder musste sich am Sonntag im Sprint- Halbfinale dem Norweger Jan Jacob Verdenius und Christian Zorzi (Italien) erst nach Zielfoto-Entscheid geschlagen geben. Im Finale setzte sich der Norweger Thomas Alsgaard durch. "Das war ein taktischer Fehler. Peter wollte von Position drei gewinnen und hat sich verschätzt", bemerkte Behle.
Am Samstag hatte sich Teichmann mit einem souveränen Lauf auf der 10-km-Freistilstrecke vom zwölften Platz nach der klassischen Strecke noch um sieben Positionen verbessert und so für die die größte Überraschung des Tages gesorgt. Der Schwede Per Elofsson baute mit seinem dritten Saisonsieg die Führung im Gesamtweltcup aus. Tages- Zweiter wurde der für Spanien startende Bayer Johann Mühlegg vor Odd- Björn Hjelmeset (Norwegen).
Behle war des Lobes voll über Teichmann. "Nicht nur, dass er unerwartet so weit nach vorn gelaufen ist, auch wie clever er das im Zweikampf mit Top-Athleten gemacht hat, war nahezu sensationell", so Behle. Der als wortkarg bekannte hochaufgeschossene Thüringer jubelte über seine "geilen" Ski. "Ich bin überglücklich, wäre schon zufrieden gewesen, wenn ich den zwölften Platz von der klassischen Strecke verteidigt hätte",bemerkte Teichmann und schilderte die entscheidende Phase des Rennens: "Wir waren fünf Läufer in einem Pulk. Plötzlich haben einige das Tempo angezogen, ich bin mitgegangen und lag auf einmal für mich selbst überraschend vor den anderen."
Über 10 km klassisch der Frauen landete Bente Martinsen-Skari (Norwegen) ihren 17. Weltcup-Sieg und verhinderte einen totalen Erfolg der starken Russinnen, die auf den Rängen zwei bis sechs einkamen. Julia Tschepalowa (Russland) übernahm von Stefania Belmondo (Italien) das Gelbe Trikot der Weltcup-Führenden. Die Oberwiesenthalerin Claudia Künzel schaffte trotz eines Sturzes mit dem 16. Platz ihr bisher bestes Weltcup-Resultat.
Bis auf Künzel blieben alle anderen deutschen Frauen unter ihren Möglichkeiten. "Der Körper wollte nicht", sagte die Oberhoferin Andrea Henkel nach dem schwachen 42. Rang. Junioren-Weltmeisterin Evi Sachenbacher (Reit im Winkl/43.) klagte über Atembeschwerden nach einer Erkältung und die routinierte Anke Reschwamm (Willingen) als 60. unter 69 Läuferinnen "kam einfach nicht voran". Weltcup- Koordinator Behle verhehlte seine Unzufriedenheit über die bisherigen Saisonergebnisse der Damen nicht: "Da habe ich mir schon mehr versprochen."
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