Tennisturnier in Indian Wells: Schüttler chancenlos gegen "Pistol Pete"
zuletzt aktualisiert: 16.03.2002 - 11:46Indian Wells (rpo). Rainer Schüttler ist im Viertelfinale des Tennisturniers in Indian Wells ausgeschieden. Gegen Pete Sampras hatte er keine Chance.
Der große Coup ist wieder misslungen - im Viertelfinale war für Rainer Schüttler Endstation. In der Runde der letzten Acht war der Erfolgsweg des Bad Homburgers beim Masters- Series-Turnier in Indian Wells am Freitagabend (Ortszeit) gegen Pete Sampras zu Ende. Der Amerikaner gewann nach 79 Minuten mit 6:2, 6:4 und ließ Schüttlers Traum im ersten Viertelfinale bei einem der neun großen Tennis-Veranstaltungen jäh platzen. Sampras spielt in der Vorschlussrunde nun gegen den an Nummer eins gesetzten Australier Lleyton Hewitt. In der anderen Halbfinalbegegnung treffen der Amerikaner Todd Martin und Tim Henman aus Großbritannien aufeinander.
Der Kampf mit der einstigen Nummer eins der Tennis-Welt begann schon mit Unwegbarkeiten. Als die Akteure auf den Center Court kamen, war das Wetter in der Wüste Kaliforniens ungewöhnlich kalt und unfreundlich. Das würde, so dachten viele, dem lädierten Sampras zum Nachteil gereichen und Schüttler weiterhelfen. Tatsächlich: Nach fünf Spielen des ersten Satzes maltretierte den an Nummer zehn gesetzte Amerikaner aus Beverly Hills wieder Schmerzen im Rücken, und er musste sich behandeln lassen.
Doch zu diesem Zeitpunkt hatte er seinem Gegner schon zwei von drei Aufschlagsspielen abgenommen. "Zum Ende des zweiten Satzes sah ich, dass er sich nicht mehr so perfekt bewegte. Aber die Probleme mit dem Rücken konnten nicht so schlimm gewesen sein, schließlich schlug er immer noch mit 185 Stundenkilometern auf", so Schüttler.
Der angeschlagene Sampras hatte es in der kühlen, windigen Abendluft eilig. Mit starkem Service und einer Vielzahl von Netzattacken beschleunigte der 30-Jährige den Spielverlauf. Auch Schüttler fühlte sich bei diesen widrigen Bedingungen nicht sonderlich wohl: "Es war verdammt schwer die Bälle zu platzieren. Pete gelang es besser, er spielte seine Routine aus." Was Schüttler anstellte, nichts wollte gelingen. Beim Stande von 1:4 und Aufschlag Sampras hatte der Hesse sogar vier Brakebälle, das Spiel gewann er trotzdem nicht. 36 Minuten dauerte der erste Durchgang, und im zweiten lag er schnell mit einem Aufschlagsverlust im Rückstand.
Die Hoffnung schwand mit jeder bitterkalten Windböe. "Ich musste permanent einem Rückstand hinterherlaufen; ich bin einfach nie zu meinem Spiel gekommen." Insgesamt sieben Brakechancen hatte der Außenseiter, nur eine konnte er nutzen. Doch als er sich zum 4:4 mühsam ins Match zurückgekämpft hatte, gab er prompt sein Service ab. Das Match war entschieden, und Schüttler um eine Ernüchterung reicher: "Ich bin sehr unzufrieden. Nach meinen guten Leistungen in den vergangenen Wochen hatte ich mir wirklich mehr ausgerechnet. Aber gegen einen Sampras kann man verlieren. Er ist immerhin der beste Tennisspieler aller Zeiten."
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