Tennisturnier am Rothenbaum in Hamburg: Schüttler weiter, Goellner und Prinosil raus
zuletzt aktualisiert: 15.05.2000 - 19:13Hamburg (dpa). Die "alten Hasen" Marc-Kevin Goellner und David Prinosil sind am Kindertag am Rothenbaum schon in ihrem ersten Match gescheitert. Daviscup-Kollege Rainer Schüttler kämpfte sich dagegen mit jugendlichem Elan dank eines 6:4, 3:6, 6:4 gegen den Amerikaner Vincent Spadea in die zweite Runde des mit 2,95 Millionen Dollar dotierten Sandplatz-Tennisturniers in Hamburg.
Bei sengender Hitze ging dem 29-jährigen Goellner seine Premiere in der Masters Serie am Montag gehörig daneben. Mit 3:6, 1:6 musste sich der Bonner dem Franzosen Jerome Golmard geschlagen geben. Der Amberger Prinosil stand beim 4:6, 2:6 gegen den Spanier Franzisco Clavet auf verlorenem Posten.
Die vermeintlich leichteste Aufgabe des Daviscup-Trios erwartete Schüttler. Dachten alle, angesichts der niederschmetternden Bilanz Spadeas. Nicht eines seiner zehn Matches in diesem Jahr hatte der 25- Jährige aus Chicago gewonnen; der letzte Sieg datiert aus dem Oktober des Vorjahres in Lyon gegen den Russen Jewgeni Kafelnikow.
Doch leicht und locker sollte das Spiel für den Bad Homburger Schüttler nicht laufen. «Ich bin ein bisschen eingebrochen, aber alles in allem habe ich gut gekämpft.» Der Weltranglisten-48. musste sich sogar ziemlich anstrengen, um den Einzug in die zweite Runde zu schaffen. Zwar gelang ihm zum 2:1 ein frühes Break, doch ein Selbstläufer wurde das Match dennoch nicht. Zu selten konnte er seine Vorhand Gewinn bringend einsetzen.
Nach einem Durchhänger im zweiten Satz machte er im dritten Durchgang allerdings alles klar und darf sich nun einen Tag erholen. Sein kommender Gegner wird an diesem Dienstag in der Partie des neuen Weltranglisten-Ersten und Rom-Siegers Magnus Norman gegen dessen schwedischen Landsmann Thomas Johansson ermittelt. Die Stirnhöhlenvereiterung, wegen der er in München hatte aufgeben müssen, ist ausgeheilt.
Marc-Kevin Goellner mühte sich unterdessen auf einem Nebenplatz vergeblich. Beim Stande von 2:3 konnte der Routinier dank seines starken Aufschlags ein Break verhindern, doch zum 3:5 war es passiert. «Am Anfang habe ich gut mitgehalten; dann aber ging nicht mehr viel», sagte der als «Spieler mit der Mütze» bekannte Goellner. Nach 51 Minuten war der erste Satz futsch und die Konzentration auch. Golmard hatte nun leichtes Spiel. Und dem Unterlegenen kam die Erkenntnis: «Der Gegner war einfach zu stark.»
Diese Schlussfolgerung drängte sich auch bei Prinosils Auftritt auf. Nur der lädierte Rücken, der ihn in München noch so arg gequält hatte, machte dem 27-Jährigen keine Probleme mehr. Das war wohl die wichtigste Nachricht nach dem Erstrunden-Aus. Die fehlende Spielpraxis und die Trainingspause ließen mehr nicht zu - dazu ist der Asche-Experte aus Madrid auf dem roten Belag einfach zu stark.
Thomas Haas war am Montag noch nicht im Einsatz aber allgegenwärtig. Der Publikumsliebling greift erst an diesem Dienstag gegen seinen Daviscup-Kollegen Michael Kohlmann aus Hagen in das Geschehen ein. An allen Ecken prangte allerdings das Konterfei des Lokalmatadors von den Turnier-Plakaten. Auf dem Trainingsgelände wollte der in Florida lebende Hamburger aber ganz anonym bleiben. Neugierige und zahllose Kamera-Teams wurden des Feldes verwiesen, bevor Haas mit dem Ukrainer Andrej Medwedew die ersten Bälle über das Netz drosch.
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