Eiskunstlauf-WM in Nizza: Schwarz/Müller mit Medaillenchance
zuletzt aktualisiert: 27.03.2000 - 22:50Nizza (sid). Dank eines nahezu fehlerfreien Kurzprogramms dürfen Peggy Schwarz und Mirko Müller von ihrer zweiten WM-Medaille träumen. Die deutschen Paarlauf-Meister gehen bei den Eiskunstlauf-Weltmeisterschaften in Nizza als Fünftplazierte in die Kürentscheidung am Mittwoch (18.30 Uhr) und zeigten erstmals in dieser Saison ihr Können unbeeinflusst von Patzern.
"Diese Kurzkür war sicherlich die beste der laufenden Saison", kommentierte Müller den Vortrag der beiden Berliner, der mit Noten bis zu 5,7 Punkten belohnt wurde. Da aber auch die unmittelbaren Konkurrenten wie Xue Shen und Hongbo Zhao aus China, die russischen Ex-Europameister Maria Petrowa und Alexej Tichonow sowie Jamie Sale und David Pelletier aus Kanada auf den Plätzen eins bis drei ohne Makel blieben, ist die Medaillenvergabe völlig offen.
Ihren Titel nicht verteidigen können bekanntlich die Olympia-Zweiten Elena Bereschnaja und Anton Sicharulidse. Die Vorjahressieger aus Russland wurden wegen eines Dopingvergehens am Sonntag vom Wettbewerb ausgeschlossen und müssen mit einer dreimonatigen Sperre rechnen. Rang zwölf unter 22 Paaren nehmen die Berliner Mariana Kautz und Norman Jeschke ein.
Die erste Runde im deutschen WM-Duell bei den Herren war bereits am Nachmittag an Stefan Lindemann gegangen. Mit Rang vier im Qualifikationswettkampf ließ der Erfurter seinen Rivalen Andrejs Vlascenko aus Füssen - auf Rang sechs platziert - knapp hinter sich. Stärker als der Junioren-Weltmeister waren in der Gruppe A nur Titelverteidiger Alexej Jagudin aus Russland, US-Champion Michael Weiss und der Chinese Chengjiang Li.
"Kleine Fehler waren noch drin, aber viel besser kann man es nicht machen", kommentierte der deutsche Meister seine Kür, die er mit zwei sauber gestandenen dreifachen Axel krönte. Am vierfachen Toe-Loop arbeitet der Thüringer bereits im Training, im vor-olympischen Winter will er ihn auch öffentlich zeigen: "Noch ist er nicht sicher genug."
Vlascenko war daher besonders stolz darauf, erstmals seit vier Jahren den vierfachen Salchow wieder im Wettkampf präsentiert zu haben, auch wenn er dabei zu Fall kam: "Im Training habe ich schon eine gute Trefferquote, ich werde ihn auch hier in Nizza weiterhin im Wettkampf zeigen." Da der zweimalige EM-Vierte aber auch bei anderen Sprüngen Schwächen offenbarte, wurde er von den sieben Preisrichtern hinter Lindemann eingestuft.
Bereits am Vormittag hatte Ewgeni Pluschenko die rund 4.000 zumeist jugendlichen Zuschauer ein wenig enttäuscht. Der diesjährige Grand-Prix-Sieger stürzte beim vierfachen Toe-Loop, wirkte insgesamt unkonzentriert und musste sich folgerichtig mit Rang zwei hinter Ex-Weltmeister Elvis Stojko aus Kanada begnügen. Den dritten Platz belegte sein russischer Landsmann Alexander Abt. "Zu dieser frühen Zeit eine Topleistung zu bringen, ist sehr schwer", sagte Pluschenkos Trainer Alexej Mischin milde.
Die Welttitelkämpfe werden am Dienstag (10.45 Uhr) mit der Pflicht der Eistänzer fortgesetzt.
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