Eiskunstlauf: EM-Titel für Bereschnaja/Sicharulidse: Schwarz und Müller verpassen wieder eine Medaille
zuletzt aktualisiert: 09.02.2000Wien (dpa). Peggy Schwarz und Mirko Müller haben bei den Eiskunstlauf-Europameisterschaften in Wien die greifbar nahe Medaille wieder einmal verpasst. Die deutschen Paarlauf-Meister aus Berlin, nach dem Kurzprogramm noch Vierte, rutschten in der Kür am Mittwochabend auf den fünften Platz ab.
Die Weltmeister Elena Bereschnaja/Anton Sicharulidse entschieden das russische Titelduell gegen ihre St. Petersburger Kollegen und Titelverteidiger Maria Petrowa/Alexej Tichonow für sich und gewannen ihren zweiten EM-Titel nach 1998. Bronze holten die Polen Dorota Zagorska/Mariusz Siudek.
Mariana Kautz/Norman Jeschke feierten als Zehnte ihren bisher größten Erfolg, auch wenn die 19-Jährige mit zwei Stürzen eine bessere Platzierung vergab. Im vergangenen Jahr bei der EM in Prag waren die beiden Berliner noch 13. Die nach der Kurzkür noch führenden Petrowa/Tichonow mussten mit ansehen, wie ihnen ihre russischen Rivalen als letzte Starter den Titel wegschnappten. Damit sicherten Bereschnaja/Sicharulidse der Eiskunstlauf-Nation Nummer eins die erste von drei erhofften Goldmedaillen.
Für die Vorjahres-Vierten Schwarz/Müller platzte der Traum vom zweiten internationalen Edelmetall nach dem dritten WM-Platz 1998 in Minneapolis. Vor 2 000 Zuschauern in der Stadthalle, die wegen vorbei ziehender Demonstranten vorsichtshalber zeitweise verriegelt war, zeigte Peggy Schwarz beim Doppelaxel alte Schwächen und stürzte gleich zwei Mal. Da nutzte auch das schöne Programm nicht mehr viel. «Wenn wir diesen Winter auf dem Treppchen stehen, werden wir überlegen, ob wir bis zu den Olympischen Spielen in Salt Lake City weiter machen», hatte Schwarz vor diesen Titelkämpfen gesagt. Die viermalige Olympia-Teilnehmerin ist mit 28 Jahren die älteste Starterin in Wien. Noch haben Schwarz/Müller jedoch bei der WM Ende März in Nizza eine Chance, ihre Zukunftsplanung zu überdenken.
Die Münchnerin Zoja Duschin hatte zuvor ihre internationale Premiere mit Bravour bestanden. In der Qualifikation kam die 16- Jährige in der Gruppe B auf den achten Platz und erreichte das Finale der besten 24 mit dem Kurzprogramm am Freitag und der Kür am Samstag. Die herausragenden Eisläuferinnen waren Welt- und Europameisterin Maria Butirskaja und Irina Slutskaja. Die beiden Russinnen gewannen jeweils ihre Qualifikationsgruppe.
«Ich war ganz nervös und habe mich ein bisschen zu stark 'reingesteigert», meinte Duschin. Die gebürtige Moskauerin zeigte den Lutz nur einfach und stürzte beim Dreifach-Rittberger, riss sich dann jedoch zusammen und bot eine ansprechende Leistung. «Ich wollte nur ins Finale und bin schon froh, dass ich an dieser Europameisterschaft teilnehmen darf», meinte sie sichtlich erleichtert. Duschin, die vom langjährigen russischen Cheftrainer Alexander Wedenin betreut wird, hatte als Zweite der deutschen Meisterschaften von Berlin Tanja Szewczenko geschlagen. Da die Titelgewinnerin Susanne Stadlmüller (Stuttgart) mit 15 zu jung für einen EM-Start ist, durfte Duschin nach Wien.
Die 27-jährige Butirskaja zeigte nur eine mäßige Leistung, setzte sich jedoch an die Spitze der Gruppe A. Die Moskauerin peilt in der Wiener Stadthalle ihren dritten EM-Titel in Folge an. Ihre härteste Konkurrentin Slutskaja erfüllte an ihrem 21. Geburtstag ebenfalls die Erwartungen. «Ich habe heute alles gezeigt, was ich zeigen wollte», sagte die Europameisterin von 1996 und 1997.
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