Tennis: French Open in Paris: Schwarzer Tag für deutsche Damen
zuletzt aktualisiert: 30.05.2001 - 18:31Paris (rpo). Schwarzer Tag für die deutschen Damen bei den French Open in Paris. Nach Jana Kandarr sind auch Andrea Glass und Anke Huber (Foto) ausgeschieden. Nach nur drei Tagen im sonnigen Paris waren damit von 18 gestarteten deutschen Profis nur noch Barbara Rittner, Tommy Haas, Jens Knippschild und Lars Burgsmüller im Rennen.
"Ich bin soooo schlecht", jammerte Huber schon während des Spiels gegen die 18-jährige Französin, nur die Nummer 113 der Weltrangliste. Nach nur 1:38 Stunden verwandelte Razzano den ersten Matchball zum 6:0. 4:6, 6:1-Erfolg, dem größten Triumph ihrer Karriere. Kopfschüttelnd schlich Anke Huber vom Platz. "Heute hat einfach nichts gestimmt, so etwas darf nicht passieren", gab die 26-Jährige später zu: "Ich habe nie richtig ins Spiel gefunden, trotzdem war ich mir nach dem zweiten Satz ziemlich sicher, dass ich noch gewinne. Solche Spiele habe ich oft noch gewonnen. Aber heute war einfach kein guter Tag."
Auch Jana Kandarr musste sich nur zwei Tage nach ihrem Sensationscoup gegen die französische Turnierfavoritin Amelie Mauresmo der Italienerin Rita Grande 2:6, 4:6 geschlagen geben. Andrea Glass konnte ihre Siegchancen im zweiten Satz gegen die 18 Jahre alte Tschechin Daja Bedanova ebenfalls nicht nutzen und unterlag nach hartem Kampf 6:4, 5:7, 0:6. Kandarr konnte sich immerhin mit einem Preisgeld von 31. 000 Mark und dem Hochgefühl des Sieges gegen Frankreichs Liebling Amelie Mauresmo trösten.
"Ich habe mich danach früh hingelegt, konnte aber vor Aufregung kaum schlafen", erzählte die Weltranglisten-56. "Alles in allem nehme ich von hier aber eine Menge Motivation mit. Ich stehe jetzt erstmals unter den ersten 50, und darauf kommt es an", sagte Kandarr. Vor allem ihr Aufschlag ließ die lange Blonde (1,81 m) auf dem Außenplatz zwei im Stich. "Wenn der erste nicht kommt, bringt mich das ziemlich durcheinander", gab Kandarr zu. Nach 1:23 Stunden nutzte Rita Grande, 54. der Weltrangliste, den zweiten Matchball zum Sieg.
Auch Andrea Glass nahm das Aus in Paris nicht weiter tragisch. Die Weltranglisten-79. aus Darmstadt, die im letzten Jahr wegen Pfeifferschem Drüsenfieber fast komplett pausieren musste, meldete sich mit dem Erstrunden-Sieg gegen die Amerikanerin Lisa Raymond immerhin im Kreis der Besten zurück. Gegen die junge Tschechin Daja Bedanova, die seit acht Jahren in Leonberg in der Nähe von Stuttgart lebt und immerhin schon auf Platz 42 der Weltrangliste steht, hatte Glass ihre Chance, aber sie konnte sie nicht nutzen.
Als sie im zweiten Satz erstmals ihren Aufschlag zum 5:6 verlor, war alles vorbei. Die Kräfte schwanden, Glass machte kein einziges Spiel mehr, nach 1:50 Stunden verwandelte Bedanova, die schon bei den Australian Open erst im Achtelfinale an Serena Williams gescheitert war, den ersten Matchball.
Im Gegensatz zu den deutschen Damen erlebten die Favoriten der French Open einen sonnigen Tag. Titelverteidiger Gustavo Kuerten zog mit einem 6:4, 6:4, 6:4-Erfolg gegen den Argentinier Agustin Calleri souverän in die dritte Runde ein, der an Nummer vier gesetzte Spanier Juan-Carlos Ferrero war noch schneller und besiegte den Österreicher Stefan Koubek 6:2, 6:2, 6:0.
- RP ONLINE
- Kontakt
- AGB
- DATENSCHUTZ
- Impressum











