Eishockey-Finale Russland gegen Slowakei: Schweden unter Schock: Aus gegen die Slowakei
zuletzt aktualisiert: 10.05.2002 - 00:23Göteborg (rpo). Die Sensation bei der Eishockey-Weltmeisterschaft ist perfekt: Außenseiter Slowakei bezwang Gastgeber Schweden nach einem dramatischen Penalty-Krimi den K.O. und trifft im Finale auf Rekord-Weltmeister Russland.
Im Halbfinale am Donnerstag in Göteborg besiegte der 23- fache Titelträger aus Russland den vorjährigen WM-Zweiten Finnland mit 3:2 (1:1, 1:1, 0:0) nach Penaltyschießen und hat damit erstmals nach dem letzten Titelgewinn vor neun Jahren in Deutschland schon eine Medaille sicher. Außenseiter Slowakei versetzte Favorit Schweden mit dem 3:2 (0:1, 1:1, 1:0) einen gewaltigen Schock und greift nach der WM 2000 in St. Petersburg am Samstag (19.00 Uhr) zum zweiten Mal die Chance zur Goldmedaille. Damals scheiterten die Slowaken am zehnfachen Champion Tschechien.
Richard Lintner schoss mit dem entscheidenden Penalty das "Drei- Kronen"-Team K.o, das sich gegen Finnland, das weiterhin auf ihren zweiten WM-Titel nach 1995 warten muss, an diesem Freitag (19.00 Uhr) mit dem Spiel um die Bronzemedaille trösten muss. Der siebenfache Weltmeister aus Schweden kassierte nach dem sensationellen Viertelfinal-K.o. gegen Weißrussland bei den Olympischen Winterspielen in Salt Lake City das zweite Fiasko in diesem Jahr.
Schwedens Trainer Hardy Nilsson, mit Köln, Düsseldorf und München fünf Mal deutscher Meister, schien mit seinem Tempo-Eishockey zunächst erneut Erfolg zu haben. Vor 10 854 Zuschauern im Scandinavium schossen NHL-Profi Per-Johan Axelsson (18. Minute) von den Boston Bruins und Thomas Johansson (32.) den siebenmaligen Weltmeister in Führung. Nach dem Anschlusstreffer von Vladmir Orszagh (36.) drehte der Außenseiter aus der Slowakei um die NHL-Paradereihe mit Jozef Stümpel, Peter Brondra und Ziggy Palffy auf und holte wie beim 3:2-Viertelfinalerfolg gegen Olympiasieger Kanada den Rückstand auf. Miroslav Satan glückte 118 Sekunden vor Ende der regulären Spielzeit der Ausgleich.
Den entscheidenden Penalty beim Sieg der defensiv sehr gut eingestellten "Sbornaja" erzielte Andrej Kowalenko vom russischen Meister Lokomotive Jaroslawl. "Matchwinner" der Russen, die im Viertelfinale Titelverteidiger Tschechien mit 3:1 ausschalteten und damit den Olympia-Erfolg von Salt Lake City wiederholten, war aber der überragende Torhüter Maxim Sokolow, der vier Penaltys der nervenschwachen Finnen abwehrte und die Mannschaft des Rekord- Champions zum 30. Mal in ein WM-Endspiel führte. "Wir waren krasser Außenseiter und haben die Finnen mit aggressivem Zweikampfverhalten gestoppt", stellte Trainer Boris Michailow zufrieden fest.
Die mit nur drei Spielern aus der nordamerikanischen Profiliga NHL angetretene russische Mannschaft, die seit ihrem Titelgewinn 1993 in München keine WM-Medaille mehr gewann, glich durch Dimitri Zatonski (11.) und Maxim Afinogenow (30.) von den Buffalo Sabres die zweimalige Führung des überlegenen "Suomi"-Teams durch Jere Karalahti (5.) von den Nashville Predators und Niklas Hagman (21.) von den Florida Panthers aus.
Schweden - Slowakei 2:3 n.P. (1:0, 1:1, 0:1)
Schiedsrichter: Pakaslahti (Finnland)
Tore: 1:0 Axelsson (17:02), 2:0 Thomas Johansson (31:44), 2:1 Orszagh (35:32), 2:2 Satan (58:02) Penalty für die Slowakei: Lintner
Strafminuten: Schweden 12 - Slowakei 10
Russland - Finnland 3:2 (1:1, 1:1, 0:0, 1:0) n.P.
Tore: 0:1 Karalahti (4:37), 1:1 Satonski (10:19), 1:2 Hagman (20:48), 2:2 Afinogenow (29:40), 3:2 Kowalenko (Penalty).
Schiedsrichter: Hutchinson (Kanada).
Strafminuten: Russland 20 - Finnland 12
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