Kampf um letzte Olympia-Tickets: Schwimm-EM: Silber für Lindner, Rupprath und Staffel
zuletzt aktualisiert: 08.07.2000 - 21:06Helsinki (sid). Wasserspringerin Dörte Lindner (Rostock, Foto links), Schmetterling-Spezialist Thomas Rupprath (Neuss) und die deutsche 4x200-m-Freistilstaffel erhöhten am vorletzten Tag den 25. Europameisterschaften in Helsinki das Medaillenkonto des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) auf insgesamt siebenmal Gold, zehnmal Silber und zweimal Bronze.
Lindner war vom 3-m-Brett nur Russlands Weltmeisterin Julia Pachalina (Foto unten) unterlegen, Rupprath holte ebenfalls Silber in 53,38 Sekunden hinter dem Europarekord schwimmenden Schweden Lars Frölander (52,23). Zum Abschluss gewann auch das Quartett Michael Kiedel (Sindelfingen), Christian Keller (Essen), Stefan Herbst (Leutzsch) und Stefan Pohl (Halle/Saale) Silber.
Dörte Lindner präsentierte sich nach ihrer Rückkehr von einem vierjährigen Studienaufenthalt in Los Angeles in Topform. "Das war eine gelungene Generalprobe für Sydney", meinte die Rostockerin: "Allerdings hat die alte Verletzung wieder leicht gezwickt." Im Februar hatte die 26-Jährige einen Muskelfaserriss in der linken Wade erlitten. Zur Prophylaxe trägt die "Einer"-Europameisterin von 1995 bei ihren Sprüngen einen wärmenden Strumpf am Unterschenkel.
Gemeinsam mit der Berlinerin Conny Schmalfuß kann Lindner am Sonntag im Synchronspringen vom "Dreier" ebenso eine weitere Medaille für die in Helsinki äußerst erfolgreichen deutschen Wasserspringer gewinnen wie Heiko Meyer (Dresden) vom Turm. Allerdings enttäuschte Schmalfuß am Samstag als Elfte.
Thomas Rupprath (Foto, links) schwamm in 53,38 Sekunden nur um acht Zehntelsekunden an seinem deutschen Rekord vorbei. In Berlin hatte der 23-Jährige Neusser am 15. Juni die 16 Jahre alte Bestmarke von "Albatros" Michael Groß gelöscht. "Ein neuer Rekord war nicht mehr drin", meinte Rupprath, der auf eine weitere Medaille mit der 4x100-m-Lagenstaffel am Sonntag hofft. In ihrer Paradedisziplin 4x200 m Freistil holten die DSV-Männer in 7:18,96 Minuten hinter Italien die zweite Staffel-Silbermedaille nach den 4x100 m. "Im Team werden immer ungeahnte Kräfte frei", sagte Bundestrainer Manfred Thiesmann.
Über 200 m Brust verfehlten Ina Hüging (Münster) in 2:28,77 Minuten und die deutsche Meisterin Anne Poleska (Krefeld/2:29,66) als Vierte und Fünfte nur knapp einen Treppchenplatz beim Überraschungssieg der "ewigen Zweiten" Beatrice Caslaru aus Rumänien vor Ungarns Favoritin Agnes Kovacs.
Die Berliner Freistil-Sprinter Carsten Dehmlow und Alexander Lüderitz verpassten ebenso den Sprung auf den Olympia-Zug wie Silvia Szalai (Foto) aus Frankfurt/Main über 200 m Schmetterling. Dehmlow (22,68 Sekunden) hat am Sonntag im Finale über 50 m Freistil seine letzte Chance auf das Unterbieten der Norm (22,51), Lüderitz (23,03) erreichte den Endlauf nicht. Szalai verfehlte die geforderte Zeit für das Sydney-Ticket in 2:11,92 um 47 Hundertstelsekunden, steht aber im Finale.
Wahrscheinlich wird der DSV die Frankfurterin aufgrund ihrer Weltranglistenplatzierung (16.) dennoch zur Nominierung vorschlagen, weil ihr schon bei der DM nur 31 Hundertstelsekunden an der Norm (2:11,45) gefehlt hatten. Gleiches gilt für den Weltranglisten-14. Carsten Dehmlow, der in Berlin drei Hundertstelsekunden zu langsam war.sid bm tl
25. Europameisterschaften in Helsinki, 11. Tag
Kunst- und Turmspringen:
Frauen
3-m-Brett: 1. Julia Pachalina (Russland) 578,37 Punkte 2. Dörte Lindner (Rostock) 528,72 3. Anna Lindberg (Schweden) 523,77 4. Vera Iljina (Russland) 500,55 5. Anna Sorokina (Ukraine) 492,93 6. Swiatlana Aliaksejewa (Weißrussland) 480,72 ... 11. Conny Schmalfuß (Berlin) 450,87
Schwimmen
Frauen
200 m Freistil: 1. Natalia Baranuskaja (Weißrussland) 1:59,51 Minuten 2. Martina Moravcova (Slowakei) 2:00,08 3. Camelia Potec (Rumänien) 2:00,32 4. Solenne Figues (Frankreich) 2:00,66 5. Laura Roca (Spanien) 2:01,70 6. Nina van Koeckhoven (Belgien) 2:01,74 7. Sara Parise (Italien) 2:02,19 8. Kirsten Vlieghuis (Niederlande) 2:02,69
200 m Brust: 1. Beatrice Caslaru (Rumänien) 2:26,76 Minuten 2. Agnes Kovacs (Ungarn) 2:26,85 3. Karine Bremond (Frankreich) 2:28,20 4. Ina Hüging (Münster) 2:28,77 5. Anne Poleska (Krefeld) 2:29,66 6. Elvira Fischer (Österreich) 2:30,86 7. Martina Krawczyk (Polen) 2:30,96 8. Agata Czaplicki (Polen) 2:31,54
Männer
100 m Schmetterling: 1. Lars Frölander (Schweden) 52,23 Sekunden (Europarekord) 2. Thomas Rupprath (Neuss, Foto rechts) 53,38 3. James Hickman (Großbritannien) 53,44 4. Ioan Gherghel (Rumänien) 53,56 5. Andrej Serdinow (Ukraine) 53,65 6. Joris Keizer (Niederlande) 53,71 7. Tero Valimaa (Finnland) 54,22 8. Jere Hard (Finnland) 54,32 im Halbfinale ausgeschieden: 9. Christian Keller (Essen) 53,99
4x200 m Freistil: 1. Italien 7:16,52 Minuten (Foto links) 2. Deutschland (Michael Kiedel/Sindelfingen, Christian Keller/Essen, Stefan Herbst/Leutzsch, Stefan Pohl/Halle/Saale) 7:18,96 3. Niederlande 7:19,91 4. Russland 7:20,65 5. Rumänien 7:21,81 6. Dänemark 7:26,68 7. Weißrussland 7:26,77 8. Ukraine 7:28,17
200 m Rücken: 1. Gordan Kozulj (Kroatien) 1:58,62 Minuten 2. Emanuele Merisi (Italien) 2:00,02 3. Joab Gath (Israel) 2:00,32 4. Wladimir Nikolaitschuk (Ukraine) 2:00,93 5. Razvan Florea (Rumänien) 2:01,11 6. Marko Strahija (Kroatien) 2:01,15 7. Mirko Mazzari (Italien) 2:01,39 8. Miroslaw Machovic (Slowakei) 2:02,77. im Vorlauf wegen nicht regelgerechter Wende disqualifiziert: Ralf Braun (Berlin)
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