Kurzbahn-Weltcup im britischen Sheffield: Schwimmen: Gerasch-Rekord und fünf DSV-Erfolge
zuletzt aktualisiert: 18.01.2001 - 19:19Sheffield (sid). Ein nationaler Rekord über 50 m Brust durch Sylvia Gerasch in 31,22 Sekunden und fünf Siege standen in der Erfolgsbilanz der deutschen Schwimmer beim Kurzbahn-Weltcup im britischen Sheffield. Die fast 32 Jahre alte Berlinerin egalisierte die alte Bestleistung von Peggy Hartung (Leipzig) vom 2. Februar 1992 in Paris. Den Sieg musste sich Gerasch mit der zeitgleichen Australierin Brooke Hansen teilen.
Nach dem vorzeitigen Sieg in der Disziplin-Wertung über 400 m Lagen hat der Leipziger Jirka Letzin nun beste Aussichten, auch die Wertungen über 100 m und 200 m Lagen für sich zu entscheiden. Nach seinen beiden Siegen über 100 m (54,77 Sekunden) und 400 m Lagen (4:13,18 Minuten) am ersten Tag in Sheffield war der Olympianeunte am Donnerstag auch über 200 m Lagen in 1:59,05 nicht zu schlagen. "Aber jetzt bin ich ganz schön müde", meinte er nach dem Dauereinsatz im Weltcup. Pro Disziplin warten nach den drei letzten Veranstaltungen in Berlin (20./21. Januar), Stockholm (24./25. Januar) und Paris (27./28. Januar) jeweils 4.000 Dollar auf die Sieger.
Ebenfalls noch Chancen auf den Weltcup hat Sebastian Halgasch (Leutzsch/Sachsen). Nach seinem Sieg in 24,96 Sekunden über 50 m Rücken liegt er in Führung.
Für die herausragendste Leistung in Sheffield hatte am Mittwoch Lokalmatador Mark Foster gesorgt. Mit 22,87 Sekunden unterbot er über 50 m Schmetterling dank eines Blitzstarts den Weltrekord des Australiers Michael Klim um 24 Hundertstelsekunden und kassierte eine Sonderprämie der Veranstalter in Höhe von 20.000 Dollar. Über 50 m Freistil verzichtete er nach dem Vorlauf auf das Finale, da er sich diesen Weltrekord für das Meeting am Wochenende in Berlin aufheben will. Dort streiten sechs Olympiasieger, 14 Welt- und 30 Europameister um 166.000 Mark Prämie.
Allerdings gleicht der diesjährige Kurzbahn-Weltcup eher einer Farce. Bereits vor den letzten drei Stationen ist klar, dass der Weltschwimm-Verband Fina von den 238.000 Dollar an Prämien für die 34 Kategorien mindestens 52.000 nicht auszahlen muss. Durch das Reglement, dass mindestens bei einem Meeting in jeder der drei Zonen (Amerika, Asien/Ozeanien und Europa) gestartet werden muss, haben sich die Wertungsfelder schon weit gelichtet. Über 1.500 m Freistil und 200 m Schmetterling der Männer sowie 400 m Lagen der Frauen steht bereits fest, dass niemand in die Wertung kommt. Zudem spart die Fina Weltrekordprämien (jeweils 4.000 Dollar), da es bisher nur eine Bestmarke durch Foster gab.
Ergebnisse:
Männer:
50 m Freistil: 1. Jason Lezak (USA) 21,39 Sekunden; 2. Denis Pimankow (Russland) 22,11; 3. David Andreasson (Schweden) 22,84
200 m Freistil: 1. Zuo Chen (China) 1:48,52 Minuten; 2. Franck Southon (Frankreich) 1:48,54; 3. Andrew Clayton (Großbritannien) 1:48,68
1 500 m Freistil: 1. Simone Ercoli (Italien) 14:58,11 Minuten; 2. Spyridon Gianniotis (Griechenland) 15:13,53; 3. Alan Bircher (Großbritannien) 15:17,78
100 m Brust: 1. Morgan Knabe (Kanada) 59,92 Sekunden; 2. Darren Mew (Großbritannien) 1:00,36 Minuten; 3. Fabio Farabegoli (Italien) 1:00,47
100 m Schmetterling: 1. Mike Mintenko (Kanada) 52,30 Sekunden; 2. Denis Pankratow (Russland) 53,35; 3. Greg Phillips (Großbritannien) 54,65
50 m Rücken: 1. Sebastian Halgasch (Leipzig-Leutzsch) 24,96 Sekunden; 2. Denis Pankratow (Russland) 25,06; 3. Li Yin (China) 25,20
200 m Rücken: 1. Gordan Kozulj (Kroatien) 1:52,65 Minuten; 2. Adam Ruckwood (Großbritannien) 1:55,15; 3. Rogerio Romero (Brasilien) 1:55,83
200 m Lagen: 1. Jirka Letzin (Leipzig) 1:59,05 Minuten; 2. Jose Souza-Filho (Brasilien) 2:02,48; 3. Paul Collins (Großbritannien) 2:03,50
Frauen:
100 m Freistil: 1. Karen Pickering (Großbritannien) 54,70 Sekunden; 2. Elka Graham (Australien) 55,02; 3. Lori Munz (Australien) 55,03
400 m Freistil: 1. Elka Graham (Australien) 4:07,91 Minuten; 2. Rebecca Cooke (Großbritannien) 4:07,98; 3. Brooke Bennett (USA) 4:08,85
50 m Brust: 1. Brooke Hanson (Australien) und Sylvia Gerasch (Berlin) beide 31,22 Sekunden (deutscher Rekord eingestellt); 3. Emma Igelström (Schweden) 31,28
200 m Brust: 1. Brooke Hanson (Australien) 2:25,56 Minuten; 2. Megan Quann (USA) 2:26,37; 3. Emma Igelström (Schweden) 2:27,46
50 m Schmetterling: 1. Karen Campell (USA) 26,81 Sekunden; 2. Mandy Loots (Südafrika) 27,74; 3. Alexa White (Großbritannien) 27,76
200 m Schmetterling: 1. Mandy Loots (Südafrika) 2:11,00 Minuten; 2. Holly Fox (Großbritannien) 2:13,71; 3. Brooke Bennett (USA) 2:14,35
100 m Rücken: 1. Sarah Price (Großbritannien) 1:00,15 Minuten; 2. Clementine Stoney (Australien) 1:00,89; 3. Katy Sexton (Großbritannien) 1:00,91
100 m Lagen: 1. Martina Moravcova (Slowakei) 1:01,02 Minuten; 2. Nadine Rolland (Kanada) 1:01,86; 3. Lori Munz (Australien) 1:02,28; ... 8. Sylvia Gerasch (Berlin) 1:04,34
400 m Lagen: 1. Jennifer Reilly (Australien) 4:36,11 Minuten; 2. Megan McMahon (Australien) 4:42,48; 3. Holly Fox (Großbritannien) 4:43,29
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