Goodwill Games in Brisbane: Schwimmen: Ian Thorpe setzt Siegeszug fort
zuletzt aktualisiert: 29.08.2001 - 14:06Brisbane (rpo). Australiens Superstar Ian Thorpe hat auch bei den Goodwill Games in Brisbane seinen Siegeszug fortgesetzt. Über 200 m Freistil gewann der sechsfache Weltmeister in 1:48,34 Minuten ohne Mühe vor seinem Landsmann Grant Hackett (1:48,82), der bei den Weltmeisterschaften in Fukuoka in Weltrekordzeit Gold über 1.500 m Freistil geholt hatte.
US-Medientycoon Ted Turner versuchte schon am ersten Tag, alle Zweifel am Fortbestand der Weltspiele vom Tisch zu wischen. "Würde ich wetten, dann würde ich mein Geld eher in eine Pokermaschine als in eine Wette gegen die Goodwill Games stecken", sagte der 63-Jährige auf einer Pressekonferenz. "Es hat immer wieder Spekulationen um das bevorstehende Ende der Weltspiele gegeben, aber ich werde alles tun, um ihren Fortbestand zu sichern."
Trotz gegenteiliger Äußerungen des Greene-Managements hofft man in Brisbane weiter auf einen Start des verletzten amerikanischen 100 m-Weltmeisters Maurice Green. "Er hat für den zweiten September einen Flug gebucht" sagte Pressedirektor Jeff Pomeroy in Brisbane. Gegenteilig äußerte sich freilich Manager Emanuel Hudson gegenüber der englischen Nachrichtenagentur Reuter: "Maurice wird nach Brisbane fliegen, aber nicht an den Wettkämpfen teilnehmen."
Weitere prominente Nichtstarter stehen in jedem Fall jetzt schon fest. Die rumänische 5.000 m-Olympiasiegerin Gabriela Szabo hat die Saison vorzeitig beendet, die US-Schwimmer Lenny Krayzelburg, Anthony Ervin, Tom Dolan, Aaron Peirsol, Michael Phelps, Brooke Bennett, Misty Hyman und Megan Quann sagten ebenfalls nach erfolgter Startzusage wieder ab. Dafür springt für Europa ein Altbekannter nochmals ins Becken. Marcel Wouda, gemeinsam mit Pieter van den Hoogenband über 4x100 m Freistil Gewinner der Bronzemedaille in Sydney für die Niederlande und heute Manager des Superstars, will nochmal angreifen.
Die Niederländerin Inge de Bruijn gewann für das vom deutschen Ex-Bundestrainer Niels Bouws betreute Team Europa über 50 m Freistil in 25,20 Sekunden, die dreimalige Olympiasiegerin blieb damit mehr als eine Sekunde über ihrem Weltrekord (24,13). Gemeinsam mit Antje Buschschulte von der SG Bayer Wuppertal/Uerdingen, Madalon Baans (Niederlande), Otylia Jedrzejczak (Polen) sicherte sich Inge de Bruijn auch den Sieg über 4x100 m Lagen (4:07,26). Für Sylvia Gerasch aus Berlin, neben Antje Buschschulte und Stev Theloke aus Chemnitz dritte Starterin für den Deutschen Schwimm-Verband (DSV) in Brisbane, blieb in 33,43 Sekunden Rang vier über 50 m Brust.
Erstmals finden die Goodwill Games, die vor 20 Jahren in Zeiten des Kalten Krieges und der Olympiaboykotts 1980 in Moskau und 1984 in Los Angeles von Ted Turner erfunden worden waren, in Australien statt. Spekulationen zufolge könnten die fünften Games aber die letzten sein, wenn die 18 Fernsehstationen von AOL-Time Warner bei den zwölf Tage andauernden Wettbewerben weltweit nicht die erforderlichen Quoten erzielen. Eine Entscheidung, wo die Goodwill Games 2005 stattfinden werden, wurden in Brisbane jedenfalls vertagt.
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