Grand-Prix-Wettbewerb in Charleroi: Schwimmen: Sieg und Niederlage für Weltmeisterin Völker
zuletzt aktualisiert: 21.05.2000 - 22:09Charleroi (sid). Sieg und Niederlage gab es für Schwimmstar Sandra Völker beim Grand-Prix-Wettbewerb im belgischen Charleroi. Während die Kurzbahn-Weltmeisterin von Athen über 50 m Freistil in 25,45 Sekunden gewann, verlor die Europameisterin aus Hamburg über 100 m Rücken in 1:03,53 Minuten gegen die Rumänin Diana Mocanu (1:02,85). Für weitere deutsche Siege sorgten Kurzbahn-Weltmeister Jörg Hoffmann aus Potsdam über 200 m Freistil in 1:51,92 Minuten sowie der Neusser Thomas Rupprath über 200 m Schmetterling in 2:02,50 Minuten.
Beim Schwimm-Meeting in Monaco gab es einen Weltrekord, einen Europarekord durch die ungarische Ausnahme-Brustschwimmerin Agnes Kovacs sowie Niederlagen für zwei prominente Weltmeister. Die Niederländerin Inge de Bruijn verbesserte über 50 m Schmetterling die Bestmarke der Schwedin Anna-Karin Kammerling vom Juli vergangenen Jahres um 46 Hundertstelsekunden auf 25,83 Sekunden. Die dreifache Europameisterin Kovacs schraubte den Europarekord über 50 m Brust auf 31,34. Sie entthronte damit die EM-Zweite Zoe Baker aus Großbritannien, die in Istanbul 31,43 Sekunden erreicht hatte.
Dagegen musste sich Weltrekordler Alexander Popow aus Russland über 100 m Freistil in 49,95 Sekunden dem Ungarn Attila Zubor (49,74) geschlagen geben, dominierte allerdings einen Tag später die 50 m Freistil in 22,23 Sekunden. Costa Ricas Volksheldin Claudia Poll schlug über 200 m Freistil in 2:00,30 Minuten hinter der Rumänin Camelia Potec (1:59,92) als Zweite an.
Der zweimalige Olympiasieger Kieren Perkins darf unterdessen auf sein drittes Olympia-Gold hoffen. Perkins, der schon in Barcelona und Atlanta den Freistil-Marathon für sich entschied, qualifizierte sich bei den Trials in der Olympiastadt als Zweiter über 1.500 m Freistil für seine dritten Spiele. In 15:01,14 Minuten war Perkins allerdings erheblich langsamer als Weltmeister Grant Hackett, der in 14:56,35 Minuten den Endlauf souverän für sich entschied.
"Es ging nicht um neue Weltrekorde, sondern um Olympia", sagte der 20 Jahre alte Hackett. Perkins, der 1994 den Weltrekord auf 14:41,66 Minuten geschraubt hatte, meinte: "Viele haben gedacht, ich hätte keine Chance mehr, aber ich habe nie an mir gezweifelt."
Perkins und Alexander Popow können die ersten männlichen Schwimmer werden, die bei drei aufeinander folgenden Olympischen Spielen Gold über dieselbe Distanz gewinnen. Popow hatte in Barcelona und in Atlanta jeweils über 50 und 100 Meter Freistil gewonnen. Bei den Frauen hatten dieses Kunststück die Australierin Dawn Fraser (1956 bis 1964 über 100 m Freistil) und die Ungarin Krisztina Egerszegi (1988 bis 1996 über 200 m Rücken) geschafft.
Der australische Schwimmverband benannte insgesamt 44 Athletinnen und Athleten für die Spiele. Niemals zuvor gaben die Australier mehr Geld für die Olympiavorbereitung aus. In den acht Tagen der Trials gab es insgesamt fünf Weltrekorde.
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