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Berlin
Schwimmer schüren Hoffnungen für Olympia

Berlin. Angst vor einem neuen Olympia-Debakel müssen die deutschen Schwimmer nicht haben. Sechs deutsche Rekorde und mehrere Plätze unter den ersten zehn der Weltjahresbestenliste mit Weltmeister Marco Koch als Nummer eins machen Hoffnung auf die ersten Olympia-Medaillen seit 2008. Koch, Weltrekordler Paul Biedermann und die WM-Vierte Franziska Hentke starten nach den deutschen Meisterschaften als aussichtsreiche Kandidaten den Rio-Countdown, aber auch einige Nachwuchskräfte tauchten in Berlin auf.

"Grundsätzlich bin ich sehr zufrieden. Es gab nicht nur ein, zwei herausragende Einzelkönner, sondern auch eine ganze Bandbreite von jungen Leuten", sagte Chefbundestrainer Henning Lambertz. Er rechnet mit einem etwa 30-köpfigen Team, das laut Zielvorgabe für mindestens zwei Medaillen gut sein soll.

Biedermannn nutzte das attraktivste Rennen über seine Paradestrecke 200 Meter Freistil zu einer Demonstration der Stärke. In 1:45,45 Minuten gelang ihm gestern die weltweit zweitschnellste Zeit des Jahres. Fast eine Sekunde lag er im Prestigeduell vor Florian Vogel, der zuvor die 400 Meter gewonnen hatte. Koch zwickte noch im Vorlauf die Schulter, davon war im Finale über 200 Meter Brust nichts zu sehen. In 2:07,88 Minuten schwamm der Rio-Favorit nah an seine eigene Weltjahresbestzeit heran. Den fest eingeplanten Start bei der EM in London vom 16. Mai an will er ebenso wie Hentke wahrnehmen.

Die Rekordfrau der Tage von Berlin war mit vier Bestmarken Alexandra Wenk. Die Münchnerin löschte über 200 Meter Lagen am Samstag den 35 Jahre alten Rekord von Ute Geweniger aus dopingbelasteten DDR-Zeiten. Tags darauf verbesserte die 21-Jährige auch die nationale Bestmarke über 100 Meter Schmetterling - 57,76 Sekunden im Vorlauf ließ sie im Finale 57,70 folgen.

Die Überraschung dieser Meisterschaften war Freistilsprinter Damian Wierling. Im Vorlauf verbesserte der 20-jährige Essener in 21,81 Sekunden den acht Jahre alten deutschen Rekord. Dorothea Brandt hat nach geschaffter Teil-Norm über die 50 Meter Freistil alle Chancen auf ihren ersten Olympia-Start. Noch souveräner war Dreifach-Meister Jan-Philip Glania über 50, 100 und 200 Meter Rücken. Steffen Deibler hingegen verpasste die Norm über 100 Meter Schmetterling und kann vorerst nur auf einen Platz in der Lagen-Staffel hoffen.

(dpa)
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